Steglitzer drehten Film mit US-Veteranen und suchen Hilfe

Die US-Veteranen besuchten die Orte ihrer Vergangenheit. Hier sind auf dem Platz der US-Brigaden in Steglitz. (Foto: Quelle: wir-mauerkinder.de)

Lichterfelde. Patrick Meyer und Annette Schneider sind in Steglitz aufgewachsen. Beide sind Jahrgang 79. Mauer und amerikanische Soldaten gehörten zu ihrem Leben dazu. Heute, 20 Jahre nach dem Abzug der amerikanischen Truppen, haben sie sich mit einer Kamera auf Spurensuche begeben.

In ihrem Film "Wir Mauerkinder" begleiten Schneider und Meyer amerikanische Veteranen, die während des Kalten Krieges in Berlin stationiert waren, auf eine Reise in ihre Vergangenheit - eine Zeit, die sie als 17- bis 19-jährige Teenager im geteilten Berlin verbrachten. "Die amerikanischen GIs gehörten zu unserem Alltag. Wir sahen sie vor den Kasernen Andrew Barracks oder McNair Barracks stehen. Sie waren immer freundlich. Manchmal haben wir Kinder auch ein Stück Schokolade bekommen", erinnert sich Patrick Meyer, der heute als Fernsehjournalist arbeitet. Gemeinsam mit Annette Schneider, die Kommunikationswissenschaft mit Schwerpunkt Dokumentarfilm studiert, hatte er die Idee zu diesem Film. "Wir haben uns immer wieder gefragt, wer diese Männer eigentlich sind, die hier stationiert wurden und die für die Freiheit West-Berlins im Notfall womöglich ihr Leben gegeben hätten. Wir wollten wissen, was aus ihnen geworden ist", erklärt Meyer. Immerhin seien die ehemaligen Soldaten Teil ihrer eigenen Biografie.

Bei vielen Menschen herrsche Unklarheit über das Leben in West-Berlin. "Bisher wird immer aus der Perspektive aus dem Osten berichtet. Deshalb finden wir es wichtig, auch einmal das Leben mit der Berliner Mauer aus unserer Sicht zu zeigen", sagt Meyer.

Elf amerikanische Veteranen werden in dem Film begleitet. Die ehemaligen Soldaten besuchten die Orte ihrer Erinnerung. Darunter den Flughafen Tempelhof und die Kasernen in der Finckensteinallee oder an der Goerzallee. Dabei wurde deutlich, welche besondere Stellung Berlin für die Soldaten hatte. Alle fühlen sich als Berliner. Die Stadt, insbesondere der Bezirk, sei für sie zu einer zweiten Heimat geworden. Umso erstaunter waren sie, wie sehr sich die Stadt in den 20 Jahren nach ihrem Abzug aus Berlin verändert hat. Sie sind zurückgekehrt in eine Stadt, die es eigentlich nicht mehr gibt: Auf dem ehemaligen McNair-Kasernengelände entstehen Luxuslofts, an der Finckensteinallee bietet das Schweizer Viertel vielen Familien ein neues Zuhause. Und dort, wo sich die jungen Soldaten regelmäßig getroffen haben - einer Pizzeria gegenüber den Andrew Barracks in der Finckensteinallee -, ist heute ein griechisches Restaurant.

Der Film erzählt auf abwechslungsreiche Weise über Leben in West-Berlin und Amerika, über Besatzer, die zu Freuden wurden. Er dokumentiert eine Zeit des Kalten Krieges, die bisher aus dieser Perspektive und so persönlich noch nicht gezeigt wurde.

Die Filmemacher wollen den Film auf Festivals einreichen. Doch für den Feinschliff fehlt es an Geld. Deshalb haben sie eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um Unterstützer zu finden.

Wer helfen möchte, kann das auf www.indiegogo.com/projects/mauerkinder. Bis zum 31. Mai läuft die Kampagne noch. Informationen über das Projekt gibt es auch auf www.wir-mauerkinder.de.

Karla Menge / KM
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