Eltern klagen über unhygienische Toiletten an der Montessori-Schule

Armer Bezirk? Für ein sauberes Klo hat das Geld bisher noch nicht gereicht. (Foto: KEN)

Lichterfelde. An der Lichterfelder Montessori-Gemeinschaftsschule im Tietzenweg 101 stinkt es im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel. Die Schultoiletten sind dermaßen unhygienisch, dass sich die Kinder lieber alles zusammenkneifen, als diese Örtchen aufzusuchen.

Die Gesamtelternvertretung der Schule ist am Ende ihrer Geduld. Sie hat einen Wandkalender für 2014 namens "Toi.toi.toi!" erstellt. Seine eindrucksvollen Bilddokumente zeigen auf, dass es mit Putzen, etwas Farbe und schönen Mülleimern nicht länger getan ist. Zu sehen sind schadhafte Wandfliesen, verdreckte und verfleckte WC-Schüsseln und Waschbecken, rostige Rohre, undichte Wasserleitungen, WC-Kabinen ohne Tür und andere Mängel mehr.

"Die Gerüche konnten wir leider - oder zum Glück? - nicht auf den Bildern festhalten", sagen die Elternvertreter Manuela Weininger-Kühn, Dirk Bartholomäus, Ingrid Huttary und Gitte Schlingelhof. Sie fordern eine Grundsanierung, um diesen unzumutbaren Zustand zu beenden. Anders als in anderen Bezirken steht nicht die beauftragte Reinigungsfirma in der Kritik. "Das Putzteam tut, was es kann", erklären die Elternvertreter. Es ist der katastrophale bauliche Zustand der Toiletten, der die Eltern auf die Palme bringt. Und er ist kein Einzelfall im Bezirk. Viele sanitäre Anlagen in den Schulen sehen ähnlich schlecht aus.

Die Bezirksverordnetenversammlung hat die Initiative ergriffen und am 11. Dezember das Bezirksamt beauftragt, dem Schulausschuss bis zu seiner Sitzung am 4. Februar eine Prioritätenliste vorzulegen und den jeweiligen Sanierungsbedarf zu erläutern. Darin enthalten sollen auch die Kosten sein und der Zeitplan für die Instandsetzungen.

Den Kalender mit den Ekelfotos haben die Eltern an die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft sowie an das Bezirksamt geschickt. "Wir laden das Bezirksamt und den Senat gerne zu einer Besichtigung vor Ort ein, damit sie sich mit eigenen Augen ein Bild davon machen, was sie unseren Kindern zumuten." Die Eltern machen sich unterdessen Hoffnungen auf Abhilfe. Das Abgeordnetenhaus hat im Dezember den Haushalt für die Sanierung von Schulen und Sportanlagen auf 64 Millionen Euro aufgestockt. Im neuen Schulentwicklungsplan des Bezirks sind nach unbestätigten Informationen Investitionen von 20 Millionen Euro vorgesehen. Der größte Teil soll in die Sanierung fließen.

Derweil hüllt sich Bildungsstadträtin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) in Schweigen. Auch Montessori-Schulleiterin Eva Schmoll ist trotz Anfrage dieser Zeitung nicht bereit zu einem Gespräch. Bei der Senatsverwaltung heißt es, man sei nicht zuständig. "Der bauliche Zustand und die Überprüfung der Reinigungsleistung liegen laut Berliner Landesverfassung im Aufgabenbereich der Bezirke", betont Beate Stoffers, Sprecherin der Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD).


Karen Noetzel / KEN
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