Gutachten bestätigt Einzigartigkeit des Parks-Range-Geländes

Lichterfelde. Das vom Bezirk beauftragte Gutachten zum Naturschutz auf dem Parks-Range-Gelände in Lichterfelde Süd liegt vor. Es bestätigt die vom Aktionsbündnis Landschaftspark Lichterfelde vorgeschlagene Nutzung des Areals als Landschaftsschutzgebiet.

Das ehemalige Truppenübungsgelände hat sich seit dem Abzug der alliierten Streitkräfte im Jahr 1994 zu einer für den Artenschutz bedeutsamen Kulturlandschaft entwickelt. Um weite Bereiche in seiner Artenvielfalt dauerhaft zu schützen, hat das Bezirksamt im Juni vergangenen Jahres eine Studie in Auftrag gegeben. Mit dem Ergebnis sind jetzt die naturschutzfachlichen Grundlagen vorhanden, auf deren Basis die Entwicklung des Gebietes in Richtung Landschaftsschutzgebiet und eine Randbebauung angegangen werden können. "Ich freue mich, dass wir die hohe Wertigkeit des Gebietes für den Naturschutz dokumentieren und bewerten können", sagt Umweltstadträtin Markl-Vieto (Grüne).

Allerdings, so räumt Markl-Vieto auch ein, könne das Bezirksamt selbst kein Landschaftsschutzgebiet ausweisen. "Aber wir werden die zuständige Senatsverwaltung über das Gutachten informieren und darum bitten, das Gelände entsprechend zu sichern."

Es gibt jedoch Befürchtungen, dass der Senat das Verfahren an sich ziehen und in Kürze einen Flächennutzungsplan ohne Berücksichtigung des Landschaftsschutzes beschließen könnte. Markl-Vieto sieht dagegen nichts, was derzeit darauf hindeuten würde. Außerdem sei die Aufstellung eines Flächennutzungsplanes ein sehr aufwändiges Verfahren. Das brauche seine Zeit und muss mit dem Bezirk abgestimmt werden. Im Vorfeld müssen noch der städtebauliche Wettbewerb, die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Entwicklung der Bebauungspläne erfolgen. Das kann noch Jahre dauern, so die Stadträtin.

Auch sei man derzeit den unterstellten Interessen des Investors oder des Senats keinesfalls schutzlos ausgeliefert, sagt Markl-Vieto. Anwohner und Naturschützer befürchten, dass sowohl die Groth-Gruppe als Eigentümer als auch der Senat auf dem fast 100 Hektar großen Areal eine zweite Thermometersiedlung mit 3500 neuen Wohnungen bauen könnten.


Karla Menge / KM
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