Gymnasium knüpft Kontakte zum Karibikstaat

Direktor Hanns-Carsten Schulz begrüßte die Schüler Diego und Melissa (2. und 3. von links). Philipp Cragg de Mark (links) initiierte das Projekt. (Foto: K. Menge)

Lichterfelde. Das Willi-Graf-Gymnasium hat ein außergewöhnliches Schulprojekt auf die Beine gestellt. Auf Initiative eines ehemaligen Schülers knüpfte die Schule Kontakte zu einer kolumbianischen Schule. Von dort besuchen zwei Schüler derzeit Lichterfelde.

Bis zum 24. Januar sind Melissa und Diego zu Gast in Lichterfelde. Die beiden 15-jährigen Schüler des Instituto Experimental del Atlantico (IEA) in Barranquilla leben in Gastfamilien, nehmen am Unterricht des Willi-Graf-Gymnasiums (WGG) teil und lernen Berlin kennen. Dass die beiden am 29. Dezember in Berlin landeten, geht auf die Initiative von Philipp Cragg de Mark zurück. Der ehemalige WGG-Schüler hat vor rund einem Jahr den Anstoß zum Projekt gegeben.

Er absolvierte ein Freiwilliges Soziales Jahr an der kolumbianischen Schule. Das Instituto finanziert sich allein durch Spenden und ermöglicht ausschließlich Kindern aus einkommesschwachen Schichten eine umfangreiche Schulbildung. Die Einrichtung in der viertgrößten Stadt Kolumbiens gehört zu den besten des Landes.

Per E-Mail hielt Philipp Cragg de Mark Kontakt zu seiner Schule und regte an, Schüler des Institutos, die Deutsch lernen, nach Berlin einzuladen und ihnen die Reise zu finanzieren. Zudem wollte Philipp seine frühere Schule, in der Spanisch als zweite Fremdsprache unterrichtet wird, mit der kolumbianischen Kultur vertraut machen.

Seine Idee fiel auf fruchtbaren Boden. "Wir waren begeistert und haben alles daran gesetzt, das Kolumbienprojekt zum Erfolg zu führen", sagt Andrea Lietz-Partzsch, eine der engagierten Mütter.

Während Philipp in Barranquilla das Projekt vorbereitete, rührten Lehrer, Schüler und Eltern in Lichterfelde die Werbetrommel. 1030 Euro erbrachte allein ein Sponsorenlauf.

Es wurden E-Mail-Freundschaften geschlossen. Durch diese Kontakte bekamen die Schüler des Lichterfelder Gymnasiums Einblicke in das Leben Gleichaltriger in Kolumbien. Sprache, Kultur und Tradition des lateinamerikanischen Landes werden so über eine Entfernung von über 8000 Kilometern lebendig.

Am 24. Januar fliegen Melissa und Diego wieder in ihre Heimat zurück. Die nächsten Aktionen stehen bereits fest. So wird unter anderem im Rahmen der diesjährigen Praktikumswoche eine Spendengala für die kolumbianische Schule vorbereitet.


Karla Menge / KM
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