Nach der Preiserhöhung kommen nun Parkgebühren auf Schwimmbadbesucher zu

Lichterfelde. Nach den Gebührenerhöhungen der Berliner Bäderbetriebe (BBB) wird ein Schwimmbadbesuch vor allem für Familien zu einem teuren Vergnügen. Im Stadtbad Lankwitz werden Gäste, die mit dem Auto kommen, neuerdings zusätzlich zur Kasse gebeten.

Das belastet auch das Budget der Familie Brumm, die mit ihren Kindern regelmäßig schwimmen geht. Seit kurzem müssen sie nun noch tiefer in die Tasche greifen. Zusätzlich werden vor dem Schwimmbad an der Leonorenstraße Parkgebühren erhoben. Die vierköpfige Familie ist wie viele andere Schwimmbadnutzer empört.

"Für zwei Stunden im Schwimmbad zahlen wir neuerdings 19,50 Euro. Vorher waren es nur 13 Euro. Jetzt kommt noch die Parkgebühr von 1,50 Euro dazu", ärgert sich Elke Brumm. Die Familie bezahlt jetzt für einen Schwimmbadbesuch inklusive Parkgebühr 21 Euro.

Die Anfahrt mit dem eigenen PKW lässt sich nicht vermeiden, weil die Familie mit großen Taschen unterwegs ist und das Bad mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer zu erreichen ist. Das Aufstellen von Parkscheinautomaten empfinden viele Badnutzer als "unglaubliches Vorgehen".

"Die Parkgebühren kassieren nicht die Bäderbetriebe", stellt Pressesprecher Matthias Oloew klar. Der Parkplatz der zum Schwimmbad und somit den Berliner Bäderbetrieben gehört, ist an einen Pächter vergeben worden. Dieser nimmt die Gebühren ein und ist im Gegenzug für sämtliche Bewirtschaftungskosten des Parkplatzes verantwortlich - von Reparaturen bis zum Winterdienst. Das mussten bisher die Bäderbetriebe finanzieren. "Mit der Verpachtung ist gesichert, dass der Zuschuss aus Steuermitteln nicht weiter steigen muss", so Oloew. Zudem sieht er in der neuen Parkplatzbewirtschaftung eine zusätzliche Leistung für die Badkunden, denn damit würde sich die Parkplatzsituation verbessern.

Inzwischen gibt es vier bewirtschaftete Parkplätze vor Schwimmbädern der BBB. Und es sollen noch mehr werden. "Wir können uns Kosten, die nicht für den Badebetrieb nötig sind, nicht weiter leisten", erklärt Oloew. Der Betrieb von Schwimmbädern sei ohnehin hoch defizitär. Um die jährlichen Verluste nicht weiter steigen zu lassen, sei auch das neue Tarifsystem eingeführt worden.

Für viele Kunden würden die neuen Tarife sogar günstiger gestaltet. Eine Familienkarte kostet nach neuem Tarif 11,50 Euro, vorher 13 Euro. Bei freizeitorientierten Bädern kommt ein pauschaler Zuschlag von zwei Euro pro Person hinzu. Eine vierköpfige Familie wie die Brumms zahlt somit zusätzlich acht Euro. Dem Hinweis von Oloew, andere Bäder mit dem günstigen Standardtarif zu nutzen, kann die Familie Brumm nicht folgen. Das empfohlene Schwimmbad am Hüttenweg zum Beispiel kommt wegen der ungünstigen Öffnungszeiten nicht in Frage. In der Regel ist es Vereinen oder Schulen vorbehalten.

Für Elke Brumm liegt es auf der Hand: Die Berliner Bäderbetriebe versuchen, die Tarifänderung schön zu reden. Schwimmen werde für immer mehr Menschen zum Luxus. Doch Schwimmen sei auch Breitensport und gesund. Es sollte für jeden erschwinglich sein.


Karla Menge / KM
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