Zentrum reagiert mit Wut-Woche auf Anschlag

In der Wut-Woche lernten die Kinder mit Wut und Trauer umzugehen. (Foto: K. Menge)

Lichterfelde. "Wer macht so was?" Diese Frage beschäftige die Kinder aus dem Kiez Scheelestraße nach dem Brandanschlag auf das KiJuNa. In der vergangenen Woche hatten sie die Möglichkeit, in einer "Wutwoche" ihrem Frust und ihrer Enttäuschung Luft zu machen.

"Ich konnte es erst nicht glauben, dass unser Klamöttchen zerstört wurde", sagt Hassan. Im KiJuNa kann er spielen, sich mit Freunden treffen und zu Mittag essen. Durch das Feuer sind seine Lieblingsräume über dem Klamöttchen zerstört worden. Die Scheiben sind zerborsten, die Fenster mussten mit Brettern vernagelt werden. Auch Fiona kann sich nicht vorstellen, warum jemand so etwas machen konnte. "Das KiJuNa ist doch wie ein zweites Zuhause für uns", sagt das Mädchen. "Die Kinder waren schockiert und wütend darüber, dass Teile der Einrichtung zerstört wurden und nun nicht mehr nutzbar sind", sagt Kristoffer Baumann, Projektleiter beim Träger der Einrichtung, dem Stadtteilzentrum Steglitz.

Spontan wurde eine Aktionswoche ins Leben gerufen, um Kindern und Erwachsenen zu helfen, mit der Betroffenheit umzugehen. In Gesprächsgruppen, an einer Wandzeitung und in einem gemeinsamen Rap-Song haben die Teilnehmer ihre Gefühle zum Geschehen in der Silvesternacht ausgedrückt.

Im Laufe der "Wut-Woche" entstand ein Rap-Song, in dem die Kinder ihre Gefühle ausdrücken. "Wir sind sauer, dass das Klamöttchen kaputt ist. Klamotten sind verbrannt, sogar die Puppen sind weg. Wer so was macht ist dumm. Hoffnung und Hilfe zerstört man doch nicht..." heißt es darin. Zum Song ist ein Video-Clip entstanden, der demnächst auf Youtube angeschaut werden kann und vielleicht hilft, den oder die Täter zu fassen.


Karla Menge / KM
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