Der Senat baut Anfang 2015 zwei Containerdörfer in Lichterfelde auf

Lichterfelde. Der Senat will in Berlin sechs Containerdörfer für Flüchtlinge errichten. Zwei davon sollen auf Grundstücken in Lichterfelde entstehen.

Ab dem ersten Quartal 2015 werden Unterkünfte am Ostpreußendamm mit 300 Plätzen und am Osteweg mit 340 Plätzen bezogen. Während der Bezirk den Standort am Ostpreußendamm 108 selbst vorgeschlagen hatte, zeigt er sich vom Vorhaben, am Osteweg 53 überrascht. "Für das Areal zwischen Billy-Wilder- und Harry-S.-Truman-Allee hat der Bezirk gerade einen positiven Bauvorbescheid für Wohnungen und eine Kita an den Liegenschaftsfonds erteilt", sagt Bürgermeister Norbert Kopp (CDU).

Die Unterkunft Ostpreußendamm, Ecke Lippstädter Straße entsteht am ehemaligen Standort der Kopernikusschule. Kranke und traumatisierte Flüchtlinge sollen hier untergebracht werden. Betreiber ist die Diakonie. Steglitz-Zehlendorf hat das Grundstück für die Dauer von maximal zehn Jahren zur Verfügung gestellt. Betreiber für den Osteweg werden die Malteser sein.

Dass sich die Unterkünfte für Asylbewerber in Lichterfelde Süd konzentrieren, sieht Kopp kritisch. Doch der Bezirk hatte keinen Einfluss auf die Entscheidung. "Aber wir werden das Beste daraus machen", erklärt Kopp. Wenig angetan ist er auch über das Vorhaben des Senats, die Stadtteilzentren in der Nähe der Unterkünfte mit 30 000 Euro pro Quartal auszustatten. Mit dem Geld sollen die Flüchtlinge unterstützt und mit den Anwohnern eine Willkommenskultur aufgebaut werden. In Lichterfelde wären das der Mittelhof e.V. und das Stadtteilzentrum Steglitz. Während der Mittelhof e.V. sich schon jetzt für die Willkommenskultur engagiert, sei bislang keine Unterstützung der Flüchtlinge seitens des Stadtteilzentrums Steglitz zu bemerken. "Das Geld wäre besser beim Willkommensbündnis und beim Verein Bus-Stop angelegt", sagt Kopp.

Diese und andere Fragen werden sicher beim diesjährigen Interkulturellen Dialog am Freitag, 7. November, ab 18 Uhr, diskutiert. Auf dem Podium im Bürgersaal des Rathauses Zehlendorf, Kirchstraße 1-3, nehmen neben Kopp, Claudia Schütz vom Lageso und Vertreter des Flüchtlingsrates Berlin und des Willkommensbündnisses Steglitz-Zehlendorf Platz.


Karla Menge / KM
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