Mieter in der Lipaer Straße verunsichert

Blick von der Gartenseite des ehemaligen bezirklichen Seniorenwohnkomplexes Lipaer Straße 35/37. Die Anlage wechselte im April den Besitzer. (Foto: Kahle)

Lichterfelde. Die Bewohner des ehemaligen bezirklichen Seniorenwohnkomplexes Lipaer Straße 35/37 sind verunsichert. Am 2. April dieses Jahres wurden die beiden Häuser wieder einmal verkauft.

Das Wohnprojekt ging bereits in den 1990er-Jahren an den Vorläufer des Liegenschaftsfonds, der es an einen privaten Eigentümer verkaufte. Offensichtlich gab es danach mehrere Eigentümer.

Letzter Vermieter war laut der bezirklichen Broschüre „Seniorenwohnanlagen im Bezirk Steglitz-Zehlendorf“, aktualisiert 2015, die VOW Capital Management am Theodor-Heuss-Platz. Dort bestätigte man der Berliner Woche den Verkauf, wollte sich jedoch aus Datenschutzgründen nicht weiter äußern.

Laut Information von Mietern ist geplant, die Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umzuwandeln. Das habe ihnen ein Mieterberater der zuständigen Wohnungsverwaltung in Einzelgesprächen mitgeteilt. Zugleich habe er ihnen mitgeteilt, dass sie darüber nichts Schriftliches bekämen und betont, dass Presse unerwünscht sei.

Eine solche Umwandlung ist ohnehin nicht einfach möglich. Die Mietverträge weisen eine Sozialbindung bis 2041 aus. Der SPD-Verordnete Jan Kellermann wollte vom Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf wissen, ob es vom erneuten Verkauf oder einer Umwandlung der Miet- in Eigentumswohnungen wisse. Frank Mückisch (CDU), Stadtrat für Soziales und Stadtentwicklung, musste zu beiden Fragen passen. Auf die Frage Kellermanns, ob der Bezirk von seinem Genehmigungsvorbehalt bei der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen Gebrauch gemacht hätte, sah Mückisch „keinen Handlungsbedarf“. Er musste zudem einräumen, dass das Bezirksamt außer Beratungsangeboten den Senioren keine Alternativen anbieten kann.

„Ich sehe dies mit Sorge“, sagte Kellermann der Berliner Woche. „Ich möchte, dass Senioren auch im Alter und mit weniger Einkommen in ihrem Kiez oder zumindest ihrem Bezirk wohnen können, dafür gibt, beziehungsweise gab es die bezirklichen Seniorenwohnhäuser. Der Bezirk lässt hier Respekt und Anstand im Umgang mit den Senioren vermissen.“ m.k.
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