Augustastraße: Anwohner lehnen halbseitiges Parken ab

Autofahrer müssen jetzt halb auf dem Gehweg parken. Dadurch wird der übrige Fahrzeugverkehr behindert. (Foto: privat)

Lichterfelde. Vor zwei Monaten hat das Bezirksamt die Parkordnung in der Augustastraße geändert. Die Autos sollen nicht mehr komplett auf dem Gehweg, sondern zur Hälfte auf der Straße parken. Ziel ist die Verkehrsberuhigung im Kiez. Aber die Anwohner wollen das nicht.

Umgesetzt wurde die neue Parkordnung, um den Verkehr in der Tempo 30-Zone zu beruhigen. Denn das vormals angeordnete Parken auf dem Gehweg zwischen den Bäumen verführte Autofahrer oft, mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Straße zu fahren. Mit dem halbseitigen Parken auf der Fahrbahn wird die Straße jetzt eingeengt und "dämpft die Geschwindigkeit in dieser Wohnstraße ein und macht sie für den Durchgangsverkehr weniger attraktiv", erklärt Verkehrsstadtrat Michael Karnetzki (SPD) die Maßnahme.

Eine Bürgerinitiative Augustastraße erklärt die Maßnahme als "nicht zielführend". Von einer Verkehrsberuhigung sei nichts zu spüren. Im Gegenteil, die Situation hätte sich in vielen Bereichen verschlechtert. So käme es oft zu Beschleunigungsmanövern von Autofahrern, die noch schnell durch eine enge Stelle vor einem entgegenkommenden Fahrzeug fahren wollen. "Durch häufiges Bremsen, Ausweichen und Beschleunigen ist der Verkehr erheblich lauter und unruhiger geworden", erklärt Ulrich Piltz. Der Anwohner sieht in der neuen Parkordnung auch eine Gefährdung für Radfahrer, die den oft zu weit auf der Straße parkenden Fahrzeugen ausweichen müssen. Ebenso sei die Sicht für Passanten und für Autofahrer, die aus ihren Einfahrten wollen, eingeschränkt. "Zwei Zusammenstöße von Pkw an der Kreuzung Augustastraße/Tietzenweg innerhalb von 14 Tagen sind wohl nicht zufällig", sagt Piltz.

Auch das Argument des Bezirks, die "Spontanvegetation" zwischen den Bäumen durch die Maßnahme zu schützen, lassen die Mitglieder der Bürgerinitiativ nicht gelten. Spontanvegetation gebe es lediglich zwischen den Metallbügeln zum Schutz von Jungbäumen und auf Baumscheiben. Doch auf diesen Flächen kann ohnehin nicht geparkt werden. "Mehr als 95 Prozent der bisherigen Parkflächen sind vegetationsfrei, weil sie durch eine Schotterdecke befestigt sind", erläutert Ulrich Piltz.

Brisant wird die Sache auch deshalb, weil eigentlich ein BVV-Beschluss vom Januar 2012 existiert, nach dem die damals von den Grünen beantragte neue Parkregelung erst nach Befragung der Anwohner umgesetzt werden sollte. "Ich kenne niemanden, der jemals zu dieser Thematik befragt worden ist", wundert sich Piltz.

Inzwischen haben sich viele Bewohner der Straße mit einer Unterschriftensammlung an das Bezirksamt gerichtet und fordern, die neue Parkordnung wieder rückgängig zu machen.


Karla Menge / KM
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