Parkchaos in Lichterfelde Süd: Hunderte Pendler aus Brandenburg nehmen Anwohnern die Stellplätze weg

André Djordjevic kämpft im Namen der Anwohner für klare Parkregelungen. Seiner Ansicht nach, könnte die Deutsche Bahn hier eine Park&Ride-Platz bauen. (Foto: Foto: K. Menge)
Berlin: Berlin-Lichterfelde Süd |

Lichterfelde. Seit Jahren herrscht in den Straßen rund um den S-Bahnhof Lichterfelde Süd das reinste Parkchaos. Schuld daran sind die vielen Pendler aus dem Umland. Für diese gibt es zu wenige Parkmöglichkeiten. Daher nehmen sie den Anwohnern die Stellplätze weg.

„In Spitzenzeiten haben wir hier an die 150 Fahrzeuge mit PM- oder TF-Kennzeichen gezählt“, sagt André Djordjevic. Er vermutet, dass die Pendler mit dem Auto nach Berlin fahren und dort in die S-Bahn steigen, weil der Tarif dann günstiger ist. Am Bahnhof Teltow gäbe es schließlich einen großen Park&Ride-Platz.

Der Anwohner ärgert sich seit Langem über die Situation im Kiez. Am schlimmsten sei, dass sich die Lage immer mehr zuspitzt und die Bürger damit alleine gelassen werden. „Wir haben uns schon so oft an Ämter, Polizei und Politik gewandt – umsonst.“ Zuletzt waren Bezirkspolitiker im Wahlkampf vor Ort. „Sie haben viel versprochen, passiert ist bisher nichts“, ärgert sich auch Anwohnerin Marianne Bosse. Für die Anwohner sind die vielen Parker eine Zumutung. Denn die Parkhäfen wurden für sie angelegt und mussten auch von ihnen bezahlt werden.

„In den Stoßzeiten traut man sich gar nicht mehr weg, denn dann ist der Parkplatz futsch“, sagt Marianne Bosse. Ältere und gehbehinderte Menschen oder Eltern mit kleinen Kindern müssten nicht selten ihre Einkäufe weit schleppen, weil ihr Parkplatz besetzt ist.

Der hohe Parkdruck geht auch zu Lasten der Sicherheit. „Mitunter kommen Rettungs- und Krankenfahrzeuge nicht durch die Straßen, weil die Fahrzeuge nicht nur sehr eng parken sondern oft auch im Weg stehen“, sagt André Djordjevic. Da jeder freie Platz zum Parken genutzt wird, stehen Autos auch in der Kurve, im Kreuzungsbereich und auf dem Gehweg. „Dann ist kein Durchkommen mehr. Es ist schon vorgekommen, dass die Müllabfuhr wieder umgekehrt ist, weil die Fahrzeuge nicht durchkamen.“

Die für sie untragbare Situation plagt die Anwohner seit Jahren. „Wir haben an den zuständigen Stadtrat Michael Karnetzki geschrieben und gebeten, über die Einrichtung einer Anwohnerstraße nachzudenken. Das sei als nicht durchsetzbar abgelehnt worden. Eine weitere Möglichkeit den Bewohnern zu helfen, wären klare Parkregelungen. „Unsere Vorschläge: entweder die Parkplätze als Anwohnerparkplätze auszuweisen oder rund um den Bahnhof und an besonders kritischen Stellen Kurzeitparken einzuführen“, sagt Djordjevic.

Wie Stadtrat Karnetzki oder die Deutsche Bahn die Situation einschätzen und welche Möglichkeiten es aus ihrer Sicht gibt, sie zu entschärfen, bleibt im Dunkeln. Bis Redaktionsschluss gab es keine Erklärung auf die Anfrage der Berliner Woche zu diesem Thema.

Hoffnung setzen die Anwohner jetzt auf den Bezirksverordneten Bernd Lücke von der CDU. Er hat zugesagt, sich zu kümmern und will einen entsprechenden Antrag in die BVV einbringen. KM
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