Clarisse sagt Salut: FranceMobil zu Besuch in der Münchhausen Grundschule

Die Jungs freuen sich schon aufs nächste Spiel. (Foto: Berit Müller)
 
Jolina (links) überlegt noch, Alina und Felicia sagen schon "Salut". (Foto: Berit Müller)
Berlin: Münchhausen Grundschule |

Wittenau. Ein paar Wörtchen Englisch haben Schulanfänger oft schon drauf – die Popmusik macht’s möglich. Französisch kann da nicht mithalten, was das „FranceMobil“ ändern will. In dieser Mission schickt es Muttersprachler durchs ganze Land.

Clarisse Mombet ist im fernen Südwesten Frankreichs aufgewachsen; erst seit knapp eineinhalb Jahren lebt sie in Berlin und spricht dafür bemerkenswert gut Deutsch – fließend, fast akzentfrei.

Aber nicht jetzt. Ganze 45 Minuten lang kommt kein einziges deutsches Wort über ihre Lippen, unbeirrt bleibt sie bei ihrer Muttersprache. Die Zweitklässler der Münchhausen Grundschule verstehen natürlich bloß Bahnhof. Oder … können sie doch folgen? Immerhin plappern die Kinder prompt und wie selbstverständlich „Bonjour“ und „Salut“ nach, wenn die junge Französin sie darum bittet. Dann tippt sie sich mit dem Zeigefinger auf die Brust und wiederholt ein paar Mal: „Je m’appelle Clarisse“. Worauf der Finger in Richtung Klasse wandert, bis er bei einem Mädchen verharrt. „Et toi?“ „Je m’appelle Emilie“, nuschelt die Kleine noch ein bisschen zaghaft. „Je m’appelle Felicia“, klingt’s von Nebenan schon forscher. Kazimir, Aaron und Elisa rattern den Spruch bereits wie waschechte Franzosen runter.

Nun segelt Frosch Francois durch die Luft, wer das Plüschtier fängt, darf sich auf Französisch vorstellen. Oder Bonjour rufen. Mal auch Salut oder Coucou – Kuckuck. Das Spiel dauert, bis sämtliche neuen Worte sitzen. Mit bunten Karten, Musik vom Band und einem lustigen Video geht es dann ans Lernen der Grundfarben. Bald tönt „rouge … noir … vert“ – rot, schwarz, grün – durch den Raum. Dabei winken die Kinder jeweils mit den farbigen Kärtchen. Zwischendurch wird immer mal wieder getanzt. Nach einer dreiviertel Stunde haben die Mädchen und Jungen schon etliche französische Vokabeln drauf – und wahrscheinlich gar nicht gemerkt, dass sie gerade Unterricht hatten.

Spiele, Musik und viel Abwechslung sind das A und O beim Sprachen lernen, vor allem in den Grundschulklassen, sagt Clarisse Mombet – die erst ganz am Ende ihres Besuchs auch ein paar deutsche Worte an die kleinen Reinickendorfer richtet. Als sie sich verabschiedet. „Es ist wichtig, dass die Kinder mit Spaß bei der Sache sind“, erzählt die Wahlberlinerin. Sie selbst hat jedenfalls schon früh begonnen, Fremdsprachen zu lernen. „Das war für mich die Möglichkeit, neue Horizonte zu entdecken. Jetzt kann ich reisen, anderswo arbeiten, fremde Kulturen und neue Leute kennenlernen.“ Mit ihrer Begeisterung möchte die junge Französin Kinder und Jugendliche anstecken. Deshalb hat sie sich beim FranceMobil beworben.

Das Programm gibt es seit 2002, es ist eine Initiative des Institut français Deutschland, des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) und der Robert Bosch Stiftung, unterstützt von der französischen Botschaft und Renault. Zwölf junge Franzosen machen mit – sie besuchen Schulen im ganzen Land, um den Mädchen und Jungen die Vielfalt der Sprache und Kultur ihrer Heimat näher zu bringen. Dafür bekommen sie für die Dauer von zwölf Monaten einen Kombi-Flitzer, randvoll beladen mit Spielen, Büchern, CDs, Filmen, Jugendzeitschriften, Landkarten und touristischen Broschüren. Die Sprachlehrer auf Zeit erhalten ein Stipendium; Aus- und Weiterbildungskurse, die fachliche Betreuung und ein Büroplatz sind inklusive.bm

Schulen, die das FranceMobil samt Referenten einladen möchten, finden mehr Informationen unter www.institutfrancais.de/francemobil.de.
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