Fußballerinnen starteten in die Zweitliga-Saison

Die Lübarser Stürmerin Lavinia Timme (blau, am Ball) hatte im Spiel gegen Turbine Potsdam II einen schweren Stand. (Foto: Michael Nittel)

Lübars. Mit einem Sieg und einer Niederlage sind die Frauen vom 1. FC Lübars in ihre dritte Saison der 2. Bundesliga Nord gestartet. Während sie zum Auftakt beim FFC Oldesloe noch mit 6:0 triumphierten, unterlagen sie bei der Heimspielpremiere dem Meister der Vorsaison, Turbine Potsdam II, mit 0:2.

Die Nummer eins im Berliner Frauenfußball ist dennoch optimistisch, eine bessere Spielzeit zu absolvieren als im Vorjahr. 2011 belegten die Frauen vom 1. FC Lübars nur Rang acht. "Die Stimmung im Team, aber auch im Umfeld unseres Klubs ist richtig gut, sodass ich glaube, dass die Mannschaft eine gute Saison spielen wird", sagte Michael Reinke, erster Vorsitzender des 1. FC Lübars, am Rande des Spiels gegen Potsdam am 9. September im Stadion Finsterwalder Straße. Zwar verließen vor der Saison mit Chantal Willers, Maike Lotze und Franziska Hagemann wichtige Spielerinnen den Klub. Aber in Lübars hofft man, diese Abgänge mit Neuverpflichtungen kompensieren zu können: Mit Betty Anane stieß eine junge Stürmerin von Tennis Borussia zum Team, die in Oldesloe bereits zwei Tore erzielen konnte. Nicole Hansen, die aus Hohen Neuendorf kam, und die Ungarin Zsofia Racz sollen das Mittelfeld stabilisieren, die Amerikanerin Kathleen Smith der Abwehr zusätzlichen Halt geben.

Zwar zeigte das Spiel gegen Potsdam, dass dem 1. FC noch ein bisschen fehlt, um mit den ganz Großen, zu denen Lok Leipzig und der BV Cloppenburg zählen, mithalten zu können. Aber dahinter scheint alles möglich. "Ein realistisches Saisonziel ist es, unter den besten fünf oder sechs Teams zu landen", gab Reinke die Marschrichtung vor. Ebenso wichtig wie die Platzierung in der Abschlusstabelle ist es, das Projekt Frauenfußball in Lübars weiterhin auf gesunde Füße zu stellen. Das Beispiel Hamburger SV, der Millionen Euro für sein Herrenteam in mittelmäßige Fußballer investiert und zeitgleich sein Frauenteam aus der 1. Bundesliga zurückgezogen hat, weil 100 000 Euro für den Saisonetat fehlten, zeigt, dass der Frauenfußball nach wie vor einen schweren Stand hat.

Im Berliner Norden indes steht man zu seinen Frauen: So konnte der Klub mit der Merula GmbH einen wichtigen Sponsor gewinnen. Die Kooperation mit Hertha BSC wurde zudem um ein Jahr verlängert. Der Etat für diese Saison liegt bei 110 000 Euro. "Ich bin überzeugt, dass wir damit sehr gut aufgestellt sind und entspannt in die Zukunft blicken können", sagte Reinke. Er kann sich langfristig auch mehr vorstellen: "Ein Aufstieg in die 1. Bundesliga wäre natürlich ein Traum, der nicht gänzlich unrealistisch ist. Aber wir sind immer gut damit gefahren, die Dinge von Jahr zu Jahr zu betrachten und anzugehen."

Einen Vorgeschmack auf das Niveau in der 1. Bundesliga werden die Lübarserinnen bald bekommen: Im Rahmen des DFB-Pokals reisen sie zum VfL Wolfsburg, der als ein Geheimfavorit auf die Deutsche Meisterschaft gilt. Das Gastspiel in der Volkswagenstadt wird am 6. oder 7. Oktober ausgetragen.


Michael Nittel / min
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