1. FC Lübars verliert Anschluss an Tabellenspitze

Der 1. FC Lübars um Daniel Babac Fekri (grün) musste sich am 30. März dem Spitzenreiter der Landesliga, CFC Hertha 06, mit 0:2 geschlagen geben. (Foto: Nittel)

Lübars. Thomas Pyrrhus ist ein fröhlicher und entspannter Mensch. Das bewies der Trainer vom 1. FC Lübars wieder am 30. März - obwohl sein Team gerade das Spiel der Fußball-Landesliga gegen den Spitzenreiter CFC Hertha 06 mit 0:2 verloren hatte und chancenlos gewesen war.

"Wir haben heute völlig verdient verloren", sagte Pyrrhus ganz sachlich. "Hertha 06 hat ein sehr gutes Spiel absolviert. Schließlich stehen sie nicht umsonst ganz oben in der Tabelle." Dabei muss man Pyrrhus zu Gute halten, dass er auch in dieser Partie erneut auf acht Stammkräfte verzichten musste. "Irgendwann können wir diese vielen Ausfälle nicht mehr kompensieren, weil unser Potenzial ausgeschöpft ist. Und das hat man heute auch ganz deutlich gesehen. Wären alle Mann an Bord gewesen, hätten wir den CFC bestimmt ein bisschen mehr ärgern können."

Unabhängig davon spielen die Lübarser aber eine sehr gute Saison, die ihnen so kaum jemand zugetraut hätte: Nachdem zahlreiche Stammkräfte den Klub vor der Saison verlassen hatten und der neue Trainer Frank Schaaf noch vor dem ersten Saisonspiel hingeschmissen hatte, galt der Klub als Abstiegskandidat Nummer eins. Doch Thomas Pyrrhus, den der Vorsitzende Michael Reinke nahezu über Nacht als neuen Coach präsentierte, hat es geschafft, ein tolles Team auf die Beine zu stellen. Auch CFC-Trainer Murat Tik war voll des Lobes für den 1. FC Lübars: "Ich habe unheimlich viel Respekt vor dieser Mannschaft, weil sie in dieser Saison aus ihren Möglichkeiten nahezu alles herausgeholt hat. Und das kann man nicht von vielen Teams behaupten." Nach 20 Spieltagen lag der 1. FC mit elf Siegen, zwei Remis und sieben Niederlagen auf Platz fünf. Hätte die Mannschaft - so wie im Hinspiel - den CFC Hertha 06 geschlagen, wäre sie sogar bis auf drei Punkte an die Charlottenburger herangerückt.

Gab es denn einen Zeitpunkt, an dem man in Lübars vielleicht sogar von einem Aufstieg in die Berlin-Liga geträumt hat? "Ja", antwortete Pyrrhus und lächelte dabei verschmitzt. "Zum Ende der Hinrunde haben wir durchaus mit Platz zwei geliebäugelt, um nicht zu sagen: Wir haben ganz kurz von einem Aufstieg geträumt. Träumen darf man doch mal, oder?"

Gegen den Abstieg spielen

Die restlichen Spiele in dieser Saison möchte Pyrrhus dazu nutzen, schon einmal für die neue Spielzeit zu planen und Dinge auszuprobieren: "Wir wollen junge und willige Spieler in dieses Team einbauen, die auch menschlich zu uns passen. Aber natürlich werden wir die restlichen Spiele nicht herschenken, sondern in jedem Fall noch ein paar Punkte einfahren." Trainer und Mannschaft wollen in der Abschlusstabelle irgendwo zwischen den Plätzen vier und zehn einlaufen. Dann habe der 1. FC das Saisonziel erreicht, so Pyrrhus.

Bleibt die Frage, ob durch die tollen Leistungen in dieser Saison Erwartungen geweckt worden sind, die das Team nicht erfüllen kann. "Genau das befürchte ich", gab Pyrrhus zu. "Jeder Einzelne innerhalb der Mannschaft, aber auch im Umfeld muss begreifen, dass wir hier zunächst immer erst gegen den Abstieg spielen werden. Darum geht es und um nichts anderes."


Michael Nittel / min
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