Mieter bekamen im Bus Tipps zum sparsamen Heizen

Die Mieter Gerd Körnig und Gerhard Schneider lassen sich von Corinna Müller und Ulf Lennermann von der Gesobau die Messgeräte erklären. (Foto: Ulrike Kiefert)

Märkisches Viertel. Die Heizsaison hat begonnen und mit der richtigen Heizmethode lässt sich ordentlich Geld sparen. Tipps dafür gab es vom 7. bis 11. November bei der Aktionswoche "Der richtige Dreh" im Märkischen Viertel.

Gerd Körnig legt Wert auf effizientes Heizen. In seiner Wohnung am Wilhelmsruher Damm heizt er in kalten Tagen nur Wohnzimmer und Bad. Denn jedes Grad weniger spart rund fünf Prozent seiner Energiekosten. Neben dem richtigen Heizen ist aber auch das richtige Lüften wichtig, weiß Gerd Körnig. "Auf keinen Fall die Fenster kippen", sagte er. Stattdessen lieber mehrmals am Tag ein paar Minuten Stoßlüften. Wie Gerd Körnig achten jedoch nicht alle Mieter im Märkischen Viertel auf ihr Heizverhalten. Deshalb hat die Wohnungsbaugesellschaft Gesobau gemeinsam mit dem "Mobilen Umwelttechnik Zentrum" (M.UT.Z) die Aktionswochen "Der richtige Dreh" gestartet. Im Energiesparbus, der als rollendes Wohnzimmer auf dem Stadtplatz am Wilhelmsruher Damm stand, konnten sich Mieter von Experten zum richtigen Heizen und Lüften beraten lassen.

Die Gesobau modernisiert bis 2015 mehr als 13 000 Wohnungen im Märkischen Viertel. Die Maßnahmen sollen die warmen Betriebskosten um rund 50 Prozent reduzieren. "Dieses Ziel können wir aber nur erreichen, wenn die Mieter mitmachen und alle Einsparpotenziale auch ausschöpfen", sagte Ulf Lennermann von der Gesobau bei der Vorstellung des Projektes am 7. November.

Weil das Heizverhalten sehr individuell ist, haben die Mitarbeiter des Umwelttechnik-Zentrums Heizstrategien für Familien, Singles, Studenten und Rentner entwickelt. "Denn unsere Erfahrung ist, dass die Mieter informiert sein wollen und Tipps gerne annehmen", sagte M.UT.Z-Projektleiterin Corinna Müller. Wer zum Beispiel tagsüber nicht zu Hause ist, sollte die Heizung über die zentrale Regelung runterfahren. Allerdings sollte die Zimmertemperatur nicht unter 16 Grad Celsius fallen, weil sonst Schimmel droht.

Wer wollte, konnte sich im Energiesparbus einen Messkoffer ausleihen, um zu Hause die Zimmertemperatur und die Luftfeuchtigkeit zu messen. "Mit dem Infrarot-Thermometer kann man zum Beispiel feuchte Stellen in den Wänden finden", erläuterte Tomas Meintrup vom "Mobilen Umwelttechnik Zentrum". Oder man befestigt ein programmierbares Theromostatventil am Heizkörper. So kann die Raumtemperatur zu den gewünschten Zeiten automatisch hoch- und runtergefahren werden.

Bis zum Ende der Aktion hatten sich mehr als 50 Mieter über Sparpotenziale informiert. Wer die Aktion verpasst hat, kann Ende Januar wieder in den M.UT.Z-Bus steigen, dann macht er wieder Stopp im Märkischen Viertel.


Ulrike Kiefert / uk
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