Schüler stellen ihre Bilder bei der Gesobau aus

Sechs Monate lang arbeitete Tim an seiner elliptischen Hütte. Christine Klemke ging ihm dabei zur Hand. Rechts: Lehrerin Rina Kuchenbuch. (Foto: Kiefert)

Märkisches Viertel. Wie Menschen wohnen, zeigt die neue Bildergalerie der Gesobau am Wilhelmsruher Damm 124. Schüler der Grundschule Am Weißensee im selbigen Ortsteil von Pankow haben sie gemalt.

16 Bilder hängen jetzt dauerhaft in der Nachbarschaftsetage der Gesobau. Ein halbes Jahr lang komponierten sie im Kunst- und Deutschunterricht ihre farbenfrohen Bilder aus Acryl. Sie zeigen, wie Menschen in anderen Ländern leben. In Jurten in der Mongolei, in einer kanadischen Blockhütte, in Iglus am Nordpol, in Tipis in Nordamerika, in einem Schloss in Schweden oder in einem Beduinenzelt in Nordafrika.

Eine strenge, aber gerechte "Lehrerin" ging den Sechstklässlern dabei zur Hand: die Berliner Künstlerin und Grafikerin Christine Klemke. "Ich habe die Schüler ganz schön getriezt, aber das Ergebnis ist wunderschön geworden", sagte sie bei der Eröffnung der Galerie am 23. Januar. Viele Schüler hatten das erste Mal einen Pinsel in der Hand. Christine Klemke zeigte ihnen, wie man mit Farbe arbeitet, Striche zieht oder Farbtupfer setzt, von heller Farbe in dunkle übergeht und räumlich malt. Am Ende aber stammte jeder Pinselstrich von den Schülern selbst.

Tim Thiemann gehörte zu den jungen Malern. Sein Bild zeigen Pallozas. "Das sind elliptische Hütten der Keltiberer aus dem Ort "O Cebreiro" in Spanien", erzählte der Zwölfjährige. Die Rundhäuser wurden aus Steinen gebaut, ohne Dichtung oder Bindematerial, ohne Fenster und Kamine. Wie genau die Menschen in ihren Behausungen leben, recherchierten die Schüler im Deutschunterricht von Klassenlehrerin Rina Kuchenbuch. "In einem Buch haben wir dann alle Bilder der Häuser und ihre Geschichten zusammengefasst. So haben die Schüler eine dauerhafte Erinnerung an dieses halbe Jahr mit Christine Klemke", sagte die Lehrerin. Die Grundschule arbeitet bereits seit vielen Jahren mit der Künstlerin zusammen.

Die Ergebnisse der Projektarbeiten hängen überall im Schulhaus aus. Der Kontakt zur Gesobau in Reinickendorf entstand ebenfalls über Christine Klemke, denn ihr Atelier in Weißensee hat sie von der Wohnungsbaugesellschaft gemietet. "Wir hatten gemeinsam die Idee, die Kunst in die Nachbarschaftsetage zu holen", berichtete Helene Böhm, Sozialmanagerin bei der Gesobau. Denn dort begegnen sich seit 2007 Mieter aus aller Welt, suchen Rat und engagieren sich. "Wo, wenn nicht hier", sagte Böhm, "haben die Bilder der Schüler so ein breites Publikum."


Ulrike Kiefert / uk
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