Deutsche Meisterschaften im Apnoetauchen

Statisches Apnoe: Der deutsche Rekord beim Luftanhalten liegt bei 10:12 Minuten. Hier versucht der Taucher Martin Müller an die Zeit heranzukommen. (Foto: Nittel)

Märkisches Viertel. Einmal tief Luft schnappen, dann runter mit dem Kopf ins Wasser. Wer am längsten unten bleibt, hat gewonnen. Was für Kinder im Schwimmbad ein Spiel und Riesenspaß ist, haben einige Erwachsene zu ihrem Sport gemacht. Die besten in dieser Disziplin messen sich bei den 6. Deutschen Meisterschaften im Apnoetauchen am 15. Februar im Märkisches Viertel.

Der Nordberliner Tauchverein und AIDA Deutschland veranstalten in der Schwimmhalle am Wilhelmsruher Damm 142 d die Meisterschaften. In diesem Rahmen werden auch die Berliner Meister ermittelt. Die Veranstaltung wird um 16 Uhr vom Bundestagsabgeordneten Frank Steffel (CDU) eröffnet. Ab dann gilt es, in den Disziplinen Statisches Apnoe (Luftanhalten) und Dynamisches Apnoe (Streckentauchen) die jeweiligen Meister zu ermitteln.

Beim Apnoetauchen atmet der Sportler vor dem Abtauchen einmal ganz tief ein und benutzt für seinen Tauchgang - im Gegensatz zum Gerätetauchen - nur diesen einen Atemzug. Den Zeitraum des Luftanhaltens bezeichnet man als Apnoe.

Den deutschen Rekord bei den Frauen im Statischen Apnoe hält Anna von Bötticher mit 6:12 Minuten. Der Weltrekord, gehalten von der Serbien Natalja Moltschanowa, liegt sogar bei 9:02 Minuten. Die Männer können es noch ein bisschen länger: Der deutsche Rekord, gehalten von Tom Sietas, liegt bei 10:12 Minuten. Der Franzose Stéphane Mifsud schaffte im Jahr 2009 sogar 11:35 Minuten - das ist Weltrekord.

Beim Dynamischen Apnoe in einem Schwimmbad liegen die deutschen Rekorde ohne Flossen bei 124 Metern (Dagmar Andres-Brümmer) und bei 213 Metern (Tom Sietas). Weltweit schaffte Natalja Moltschanowa 182 Meter, der Neuseeländer Dave Mullins sogar 218 Meter.

"Ich lege mir für den Tauchgang eine Geschichte zurecht, die ich dann abzurufen versuche", schildert der Taucher Martin Müller seine Vorgehensweise beim Apnoe. "Den einzigen Gegner, den ich beim Tauchen habe, das bin ich selber." Alltagsstress, nicht Abschalten können sind die natürlichen Feinde des Apnoetauchers.

Die Athleten unterscheiden beim Apnoe zwei Risiken: "Samba" meint die unkontrollierten, tanzartigen Bewegungen unter Wasser. Der "Blackout" ist die kurze Ohnmacht beim oder kurz nach dem Auftauchen. Auch deshalb müssen Athleten kurz nach dem Auftauchen durch ein Handzeichen signalisieren, dass bei ihnen alles in Ordnung ist. Erst dann ist der Versuch gültig.

Beim Apnoe sind stets ein Arzt und ein Sauerstoffgerät vor Ort. Apnoetaucher behaupten aber, dass bei ihrem Sport weniger passieren würde, als beim Fußball oder Handball, weil die Sicherheit beim Tauchen immer an allererster Stelle stehe.

Besucher der Deutschen Meisterschaften werden gebeten, Badeschuhe mitzubringen. Eintritt frei.

Weitere Infos zum Nordberliner Tauchverein und zum Apnoetauchen auf www.ntvev.de und www.aida-deutschland.de.

Michael Nittel / min
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