Neuer Anstoß für die U-Bahn: CDU startet Unterschriftenaktion und Petition

Markanter geht’s nicht: Michael Dietmann und Frank Balzer (rechts) wollen die U-Bahn. (Foto: Ulrike Kiefert)

Märkisches Viertel. Schon vor Jahrzehnten war sie den Neumärkern versprochen worden: die U-Bahn ins Märkische Viertel. Aus Kostengründen liegt das Projekt bis heute auf Eis. Mit einer Unterschriftenaktion will die CDU das ändern.

Das Märkische Viertel ist bis heute ohne U-Bahn-Anschluss. Dabei hatte man den Bewohnern der Hochhaussiedlung bei ihrem Einzug 1974 eine eigene U-Bahnstation versprochen. Als Endbahnhof der U-Bahnlinie 8 war der Bahnhof Wilhelmsruher Damm am Märkischen Zentrum vorgesehen. Doch aus Kostengründen wurde das Projekt immer wieder auf Eis gelegt.

Die U8 endet am U- und S-Bahnhof Wittenau, also genau vor den Toren des Märkischen Viertels. Damit müssen täglich rund 35.000 Bewohner für ein bis zwei Kilometer in den Bus steigen, um zum nächsten U-Bahnhof zu pendeln. Die CDU will das seit Jahren ändern und hat jetzt eine neuerliche Initiative gestartet. Seit gut einer Woche sammelt Michael Dietmann, Abgeordneter fürs Märkische Viertel, Unterschriften, um einen entsprechenden Antrag im Abgeordnetenhaus auf den Weg zu bringen. „Die U8 soll endlich in das Märkische Viertel verlängert werden. Gemeinsam mit den Bürgern wollen wir den Senat auffordern, jetzt zügig den Baubeginn für dieses Stück Nahverkehrsanbindung zu starten“, sagt der CDU-Politiker. Denn der Zeitpunkt sei günstig. Das U-Bahn-Projekt ist im Flächennutzungsplan und im Stadtentwicklungsplan Verkehr schon vorgesehen. Die Baukosten von rund 60 Millionen Euro würde der Bund mitfinanzieren. Dietmann liegt inzwischen die Zusage vom Bundesverkehrsministerium vor, die Förderung auch über 2019 hinaus einzuplanen. Und: Unter dem Wilhelmsruher Damm reicht der U-Bahn-Tunnel bereits einige hundert Meter über den Endbahnhof Wittenau hinaus. Damit seien beste Voraussetzungen gegeben, einen so hohen Verkehrsbedarf nachzuweisen, dass die Maßnahme von Bund mitfinanziert werden könne, so Dietmann. Auch Bürgermeister Frank Balzer (CDU) will den U-Bahn-Anschluss. Der sei den Mietern schließlich lange versprochen worden. „Und viele Busverbindungen wären dann nicht mehr nötig“, sagt Balzer. Die Grünen im Bezirk wollen dagegen lieber eine Straßenbahn.

Neben der Unterschriftenaktion startete die CDU auch eine Online-Petition. Zu finden ist sie auf der Internetseite www.michaeldietmann.de. Am U-Bahnhof Wittenau wurde außerdem ein Großplakat mit den Forderungen enthüllt. Bezahlt hat es Dietmann aus eigener Tasche. Und 17.000 Postkarten lässt die CDU jetzt in die Briefkästen der Neumärker stecken.  uk
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