"Das besondere Konzert" - Die "pyramidale" im Gründerzeitmuseum

Der Komponist Wolfgang Heisig hat auf einer Notenrolle für diese "pyramidale" ein Stück komponiert. (Foto: Klaus Tessmann)
Berlin: Gründerzeitmuseum Mahlsdorf |

Mahlsdorf. Das Festival für Neue Musik „pyramidale“ findet seit 13 Jahren im Ausstellungszentrum Pyramide in Hellersdorf statt. In diesem Jahr gibt es zwei Besonderheiten.

Das Festival findet an zwei Orten an zwei verschiedenen Tagen statt. Unter dem Motto „Liebhaberei“ findet die „pyramidale“ am Sonnabend, 4. Juli, ab 16 Uhr im Gründerzeitmuseum Mahlsdorf und eine Woche später, am Sonnabend, 11. Juli, in der Pyramide, Jenaer Straße, statt. Die Künstler beider Veranstaltungen wollen mit der Frage provozieren; „Ist Kunst Liebhaberei?“
Am ersten Veranstaltungsort des Festivals können die Besucher ab 15 Uhr das einzigartige Gründerzeitmuseum von Charlotte von Mahlsdorf besichtigen. Dort befindet sich eine der bemerkenswertesten Sammlungen zur Wohngeschichte der Gründerzeit in Deutschland. Außerdem gibt es eine exquisite Sammlung von mechanischen Musikautomaten, die im Mittelpunkt der „pyramidale“ stehen. Zur Sammlung gehören ein Tanzsaal-Orchestrion, ein Polyphon Musikautomat für Restaurantbetrieb, verschiedene Grammophone, und kleine Polyphon- Spieldosen. Zu den Glanzstücken der Sammlung zählt ein 100 Jahre altes (frisch restauriertes) Piano-Pianola der amerikanischen Firma Aeolian-Compagnie. Dieses Pianola wird auch mit moderner Musik gespielt.

Im Gründerzeitmuseum werden drei Konzerte an drei Orten stattfinden. Der Komponist Wolfgang Heisig hat speziell für diesen Tag einen eigenen Titel für das 100-jährige Pianola geschrieben und außerdem zeitgenössische Musik von Frank Zappa, Olivier Messiaen und Conlon Nancarrow auf die Notenrollen gestanzt. So werden die Besucher ab 16 Uhr vier moderne Musikstücke, die eigentlich für die elektronische Musik geschrieben waren, auf dem Piano-Pianola erleben. Anschließend spielt das „Ensemble Apparat“ aktuelle Werke für Blechbläserquintett im Park des Museums. Darunter sind zwei Uraufführungen.
Das Programm des dritten Konzertes mit dem Duo Brilling-Mahnken (Gitarre-Akkordeon), eine Art Hausmusik im intimen Rahmen des Veranstaltungssaales des Gründerzeitmuseums, spannt den Bogen von Frédéric L’Epée bis hin zur aktuellen Berliner Komponistenszene.

Der zweite Festivaltag findet im angestammten Heimatort der pyramidale, im Ausstellungszentrum Pyramide, Jenaer Straße 94, ab 19 Uhr statt. Im Zentrum des Abends steht aktuelle Kammermusik in verschiedenen Besetzungen. Dazwischen gibt es neue elektroakustische Kompositionen mit Tanz (Kazue Ikea, Japan/Köln). Erstmals kooperiert die pyramidale mit dem Förderprojekt „Impulse – Junge Interpreten!/Neue Musik!“ des Deutschen Musikrates.
Eintritt: 9 / 5 Euro für die Tageskarte, 15 / 7 Euro für die Festivalkarte.
Weitere Informationen: www.pyramidale-berlin.de, Telefon: 4882 9374.

KT
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