Denkmalpfleger will die Bedeutung des Ullrichplatzes ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken

Am Tag des offenen Denkmals möchte Marcus Weiß den Teilnehmern seiner Führung die Geschichte des Ullrichplatzes als Gartendenkmal vermitteln. (Foto: hari)

Mahlsdorf. Der Ullrichplatz ist ein Gartendenkmal. Auf dem ersten Blick sieht man ihm das allerdings nicht an. Der Ullrichplatz in Mahlsdorf-Süd wurde in den zurückliegenden Jahrzehnten verändert und ist heruntergekommen.

"Das heutige Aussehen hat kaum noch etwas mit dem Ullrichplatz aus der Zeit seiner Entstehung zu tun", sagt Marcus Weiß. Der Mahlsdorfer Landschaftsplaner und Gartendenkmalpfleger hat sich viel mit dem Ullrichplatz und dessen Geschichte beschäftigt. Von der ursprünglichen Bepflanzung sei wenig geblieben. Der üppige Staudenbewuchs verschwand völlig und der einstige große Festplatz in der Mitte wurde zu einem Fußballplatz umfunktioniert. Jetzt will er die Anwohner dafür gewinnen, den Platz wiederherzustellen und langfristig für dessen angemessene Pflege zu sorgen.

Die Besiedlung von Mahlsdorf-Süd begann 1906/07 mit dem Bau der Straßenbahnlinie. Dabei wurde ein rund 8500 Quadratmeter großes Grundstück für einen Stadtplatz an der heutigen Wilhelm-Blos-Straße/Ecke Akazienallee freigelassen. Zu der Zeit gingen die Planer des rasant wachsenden Berlins davon aus, das hier künftig Mehrfamilienhäuser stehen würden.

Seine heutigen Umrisse erhielt der Platz von 1925 bis 1929. Er wurde nach Plänen des Landschaftsarchitekten Erwin Barth (1880-1922) gestaltet. Barth ist der Schöpfer zahlreicher Berliner Plätze und Parks wie des Savignyplatzes oder des Volksparks Jungfernheide. Er gilt als Reformierer des Stadtplatzgedankens, weg von der Repräsentativität des Kaiserreichs mit dem damals typischen Denkmal hin zu einer Gestaltung, die den Bürgern Möglichkeiten der Erholung bieten sollte. "Er gilt als ein besonders gelungenes Beispiel für die Gartenbaukunst von Barth ", sagt Marcus Weiß. Aus diesem Grund steht der Ullrichplatz seit 1995 auf der Denkmalliste des Landes Berlins.

Zeitgemäße Lösung

Weiß ist sich im Klaren darüber, dass der Platz sich in seiner ursprünglichen Gestalt kaum vollständig wiederherstellen lässt. Sie orientierte sich an den Vorstellungen eines Stadtplatzes in einer städtischen Wohnsiedlung. Den Platz umgeben aber heute hauptsächlich Einfamilienhäuser. Weiß wirbt dafür, gemeinsam eine zeitgemäße Lösung für eine Umgestaltung zu finden.

Eine gute Gelegenheit miteinander ins Gespräch zu kommen, bietet der Tag des offenen Denkmals.

Der Landschaftspfleger lädt Anwohner und andere Interessierte am Sonntag, 14. September, zu einer Führung über den Ullrichplatz ein. Treffpunkt ist um 10 Uhr der Zugang an der Nordseite des Platzes, Ecke Akazienallee/Wilhelm-Blos-Straße. Kontakt: fagus-vermessung@web.de , 0177/803 21 13.

Harald Ritter / hari
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