Bezirksamt soll Pflege von Sportanlagen an Vereine abgeben

„Obwohl der Rasen noch nicht trocken war, fuhr der Mitarbeiter der mit der Rasenpflege beauftragten Firma mit schwerem Gerät darüber“, erzählt Bernd Tuchel. Er kümmert sich beim BSV Eintracht Mahlsdorf ehrenamtlich um die Sportanlage. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Das Bezirksamt soll die Wartung von öffentlichen Sportanlagen an die Vereine abgeben. Darin sind sich CDU, SPD und die Linke in der Bezirksverordnetenversammlung einig. Sie bezeichnen die bisherige Praxis als zu teuer und sogar schädlich. Größere Vereine im Bezirk teilen diese Einschätzung.

Bis 2015 stellte das Bezirksamt die Platzwarte für die Sportanlagen, die von den Vereinen genutzt werden. Im Rahmen des Personaleinsparprogramms des Bezirks wurden alle 25 Sportwarte von dieser Aufgabe abgezogen. Sie werden seither an Schulen als Hausmeister eingesetzt.

Das Bezirksamt vergab danach die Arbeiten an Privatfirmen. Eine Firma mäht nur den Rasen, die andere wartet die Anlage, eine dritte führt Reparaturen aus.

Die Vereine kritisierten von Anfang die Vorgehensweise des Bezirksamtes. Die Wartung der Sportanlage leide darunter, weil die beauftragten Firmen unkoordiniert arbeiteten. Aktuelles Beispiel ist das Chaos auf der Sportanlage „Am Rosenhag“ des BSV Eintracht Mahlsdorf nach den starken Regenfällen der vergangenen Wochen. Die mit dem Abpumpen des Wassers beauftragte Firma hatte keine freie Kapazitäten. So stand der Rasen tagelang unter Wasser. Die nächste Firma mähte dann den Rasen, als der Boden noch immer sattnass und matschig war. Dabei entstanden tiefe Rillen im Grün. Gleichzeitig befand sich der eigentliche Platzwart einer weiteren Firma im Urlaub.

„Wir sind überzeugt, dass wir die Wartung besser können“, erklärt Thomas Loest, 1. Vorsitzender des BSV Eintracht. Sein Verein könne die Arbeiten viel besser koordinieren. Steve Hornig, 2. Vorsitzender des VfB Fortuna Biesdorf, ist für seinen Verein auch davon überzeugt. Und auch die SG Stern Kaulsdorf hatte schon vor zwei Jahren Interesse gezeigt, die Wartung in Eigenverantwortung zu übernehmen.

1,4 Millionen Euro stellt das Bezirkamt für Pflege und Wartung aller öffentlichen Sportanlagen im Haushalt bereit. „Bei den Bewirtschaftungskosten könnten Ausgaben sicher gespart werden“, erklärt Klaus-Jürgen Dahler (Die Linke). Das Bezirksamt müsse beispielsweise die Firmenleistungen ausschreiben, manchmal europaweit. Diese würden dadurch mitunter unnötig teuer. Sportvereine brauchten das nicht.hari
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