Blau-Weiß Mahlsdorf soll an das Land Berlin Gebühren für Hallenbenutzung zahlen

Der Anbau eines Gebäudes für Umkleideräume und Sanitäreinrichtungen beim FSV Blau-Weiß Mahlsdorf/Waldesruh ist fast fertig. (Foto: hari)

Mahlsdorf. Sport soll Landesgrenzen überwinden. Forderungen des Landes Berlin an Blau-Weiß Mahlsdorf/Waldesruh zeigen dem Fußballverein jedoch die Grenzen auf. Er soll für die Nutzung von Hallen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf zahlen.

Das Problem des Vereins liest sich schon im Namen. Mahlsdorf ist bekanntlich ein Ortsteil des Bezirks Marzahn-Hellersdorf. Waldesruh ist ein Ortsteil der Gemeinde Hoppegarten in Brandenburg. Dieser Doppelcharakter bereitet dem Verein immer wieder Probleme.

Aktuell sind es die Berliner Förderrichtlinien für den Sport. Der FSV Blau-Weiß nutzt Hallen in Mahlsdorf, weil hier der größte Teil der Spieler lebt. Da er aber inzwischen Mitglied des Landessportbundes Brandenburg ist, kann er laut Richtlinien die Hallen in Berlin nicht mehr kostenlos bekommen.

Der Vereinssitz und die  Sportanlage, Waldesruher Straße 40, befinden sich jenseits der Landesgrenzen im Hoppegarten. Die Mannschaften spielen in Berliner Ligen und Kreisklassen. Bis 2015 war Blau-Weiß auch Mitglied des Landessportbundes Berlin (LSB).

Dann kam es zum Zerwürfnis. Der LSB lehnte einen Zuschuss für den Bau von Umkleidekabinen und Sanitäranlagen mit der Begründung ab, der FSV sei eigentlich kein Berliner Verein. Die Gemeinde Hoppegarten zeigte sich dagegen kooperativer und stellte Blau-Weiß bei einem Wechsel zum Landessportbund Brandenburg die Mittel in Aussicht. Der Verein willigte ein und erhielt Fördergelder. Der Anbau an das Vereinsheim, der insgesamt 300 000 Euro kostet, ist fast fertig. „Ohne die Fördermittel wäre der Bau nicht möglich gewesen“, sagt Frank Mulack, 1. Vorsitzender des Vereins. Über mögliche Konsequenzen hinsichtlich der Nutzung der Berliner Sporthallen habe sich der Vorstand keine Gedanken gemacht.

Der Verein hat rund 600 Mitglieder, darunter rund 400 Jugendliche und Kinder. Diese trainieren während des Winters in Sporthallen des Bezirks. „Ein Großteil davon kommt aus Mahlsdorf oder anderen Teilen Berlins“, erläutert Mulack.

Nachdem die Ummeldung durch den Landessportbund auch bei der Berliner Sportverwaltung angekommen war, meldete diese sich mit Forderungen bei dem Verein. „Wir sollen für die Zeit der Hallennutzung seit 2015 rund 20 000 Euro zahlen und dann für jedes weitere Jahr 7000 Euro“, erklärt Mulack. Das könne der Verein niemals bezahlen.

Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf unterstützt Blau-Weiß. „Nach Paragraf 34 der Berliner Sportanlagennutzungsordnung kann auf die Erhebung von Hallengebühren verzichtet werden, wenn das im öffentlichen Interesse des Landes Berlin ist“, erklärt Sportstadtrat Gordon Lemm (SPD). Das sei aus seiner Sicht bei Blau-Weiß Mahlsdorf gegeben. Der Bezirk und die Sportverwaltung des Senats hätten inzwischen eine Arbeitsgruppe gebildet, die über den Fall berät. hari
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