Bezirksamt bremst Investor

Berlin: Trabrennbahn |

Mariendorf. Die neuen Eigentümer des Grundstücks Mariendorfer Damm 292-298 zwischen Trabrennbahn und Titlisweg sorgen für Irritationen im Bezirk und Aufregung in der Nachbarschaft. Anlass ist insbesondere ein Foto auf der Internetseite der HGHI Holding GmbH.

Das irritierende Foto ist unter www.hghi.de/projekte/uebersicht zu sehen. Ein offensichtlich digitales Foto-Shop-Produkt zeigt ein Bauwerk, das an dieser ehemals zur Trabrennbahn gehörenden Ecke – vor allem den eher beschaulichen Titlisweg zwischen Mariendorfer Damm und Hirzerweg betreffend – riesig wirkt und das Stadtbild gravierend verändert.

Ein Einzelhandels- und Ärztezentrums mit 8360 Quadratmetern Bruttogeschossfläche soll laut Ansage des Investors entstehen. Das wäre mehr als das Doppelte, als vom Bezirk beziehungsweise vom geltenden Bebauungsplan vorgegeben. HIGI plant den Baubeginn schon in diesem Herbst. Dagegen zeigt sich das Bezirksamt entschlossen, dem Plan in dieser Größenordnung die Genehmigung zu versagen.

Anwohner am Titlisweg befürchten übermäßige Verkehrsbelastung. Diese Befürchtungen sind jedoch unbegründet, sagt der Stadtrat für Bauen und Stadtentwicklung, Jörn Oltmann (Grüne), und erklärt: „Den vom Investor veröffentlichten Ausbau wird es nicht geben. Entgegen anders lautenden Gerüchten würde ein solcher Ausbau auch nie genehmigt. Alles, was auf diesem Grundstück geschieht, muss im Rahmen des geltenden Bebauungsplans stattfinden.“ Das heißt: Die Wohn- und Gewerbestruktur, die Grünflächen, der Baumbestand und die denkmalgeschützten Gebäuden sind zu erhalten. Und „Veränderungen der Verkehrserschließung am Titlisweg" soll es auch nicht geben. Das Grundstück muss auch künftig als Nahversorgungs- und Freizeitzentrum dienen. „Die vorgesehene Einzelhandelsfläche mit 4000 Quadratmeter ist strikt einzuhalten, der Denkmalschutz wird nicht angetastet“, sagt der Stadtrat und fügt hinzu, dass sich aber auch die beantragten Baumaßnahmen (das Genehmigungsverfahren lief bei Redaktionsschluss noch) in diesem Rahmen bewegen würden. Und da ist lediglich ein Umbau der vorhandenen Ladenflächen mit einer größeren Einzelhandelseinheit sowie die Ansiedlung von Arztpraxen vorgesehen. HDK
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