Pilotprojekt mit Strahlkraft: Carl-Sonnenschein-Grundschule

Der zweite Fluchtweg zum Pausenhof der Carl-Sonnenschein-Grundschule. Fotos: KEN (Foto: KEN)
 
Hell und freundlich: die jetzt überdachten Innenhöfe der Carl-Sonnenschein-Grundschule. (Foto: KEN)
Berlin: Carl-Sonnenschein-Grundschule |

Mariendorf. Pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahrs ist die Rundum-Sanierung der Carl-Sonnenschein-Grundschule abgeschlossen. In den vergangenen fünf Jahren hat der Bezirk viele Schulgebäude instandgesetzt. In die größten Baumaßnahmen wurden weit über 90 Millionen Euro investiert

In die denkmalgeschützte Grundschule am Hellespont, die nach einem Entwurf von Hans Bandel (1918-2003) von 1957 bis 1960 für die Siedlung Mariendorf-Ost im Geiste der Bauhaus-Architektur errichtet wurde, sind in dreijähriger Bauzeit 7,8 Millionen Euro geflossen. Rund 3,7 Millionen Euro waren Fördergelder. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Wie der bezirkliche Bauleiter Andreas Spieß bei einem Rundgang erläutert, werden die Innenhöfe aus Stahl-Glass-Fassaden von einer filigranen Stahl-Glas-Konstruktion überwölbt. Die Fassaden aus holländischem Klinker sind innen gedämmt. Fenster, Türen und Oberlicher wurden erneuert, ebenso der Sonnenschutz außen. Dach und Kellerdecken wurden gedämmt. Erneuert sind die Südfassade, die große Bauschäden aufwies, die Holzfassade im Obergeschoss, die Heizungsanlage und die Beleuchtung. Die Schule hat nun eine moderne Lüftungsanlage, eine High-Tech-Elektronik und Regenwasserzisternen. Die Toiletten werden mit sogenanntem Grauwasser, gebrauchtem fäkalienfreien Wasser, gespült. Insgesamt beträgt die Energieeinsparung 30 Prozent. Dank eines Aufzugs gibt es jetzt noch mehr Barrierefreiheit.

Nach vier Jahren an zwei Standorten freue sich die Schulgemeinschaft über die Rückkehr, sagt Schulleiter Jörg Brode. Am Hellespont wurden in einem Nebengebäude, das nicht von der Sanierung betroffen war, die Klassen 1-2 unterrichtet und betreut. Die übrigen Schulklassen waren in die Kurfürstenstraße 53 ausgewichen.

Laut Baustadtrat Daniel Krüger (CDU) sind seit 2011 neben kleineren acht große Baumaßnahmen an Schulgebäuden erfolgt. In Friedenau wurde das Paul-Natorp-Gymnasium umfassend saniert, die Friedrich-Bergius-Schule erhielt eine neue Sporthalle mit Mensa, die Sporthalle der Fläming-Schule wurde umfassend instandgesetzt, ebenso die Sporthallen des Robert-Blum-Gymnasiums in Schöneberg und der Tempelherren-Grundschule in Tempelhof. In Marienfelde erhielt die Solling-Schule einen neuen Mensa- und Freizeitbereich, die Steinwaldschule ist nach ihrem Umbau inklusive Schwerpunktschule. 2015 erhielt die Löcknitz-Grundschule in Schöneberg eine sanierte Fassade.

Bis alle Schulgebäude im Bezirk fit gemacht sind, müssen 30 Jahre vergehen, weil in den allermeisten Fällen bei laufendem Betrieb saniert wird. Eine gute halbe Milliarde Euro fließt hinein. Dass diese Riesensumme aufgelaufen sei, habe viele Gründe, sagt der Baustadtrat: Gestiegen seien die gesetzlichen Anforderungen an Klimaschutz, Brandschutz und Barrierefreiheit, die Veränderungen in der Schullandschaft, die ihre Auswirkung auf Schulbauten habe wie die Einführung des jahrgangsübergreifenden Lernens (JÜL) oder die Ganztagsbetreuung. Nicht zuletzt spiele auch die Bevölkerungsentwicklung eine Rolle. Mit dem Wohnungsneubau auf der Schöneberger Linse, im Gebiet Bessemerstraße oder auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs Wilmersdorf gebe es auch mehr Schüler.

Um die Aufgaben im Hochbau-Bereich künftig zu stemmen, fehle es nicht an den Finanzen. „Geld ist da“, sagt Stadtrat Daniel Krüger. Die Achillesferse seien der Mangel an Personal – der Bezirk benötigte im Hochbau 30 zusätzliche Mitarbeiter, 2015 wurden immerhin fünf weitere Stellen gewährt – und die Vergabepraxis des Senats. „Das Finanzierungsprocedere ist zu langsam. Die Senatsverwaltung macht zu oft Vorgaben, die die Planungsabläufe behindern“, so Daniel Krüger. KEN
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