Hoher Sachschaden, über 100 Schließfächer ausgeraubt

Unbekannte Täter sprengten am 19. Oktober die Sparkassenfiliale am Mariendorfer Damm und räumten über 100 Schließfächer aus. (Foto: HDK)

Mariendorf. Noch eine Woche nach dem spektakulären Einbruch in die Sparkassenfiliale am Mariendorfer Damm sind die Spuren der Explosion sichtbar. Die Fenster sind zum großen Teil mit Brettern vernagelt und der Tatort mit Flatterband eingegrenzt. Rund um die Uhr ist ein Wachschutz vor Ort.

Unklar ist, wann und wie sich die Einbrecher Zutritt verschaffen konnten ohne die Alarmanlage auszulösen und wie lange sie brauchten, um im Keller über 100 Schließfächer aufzubrechen und auszuräumen. Klar scheint bislang lediglich, dass am 19. Oktober gegen 6.50 Uhr eine Explosion die Nachbarschaft erschütterte, einen Schwelbrand entzündete und die Filiale total zerstörte. Die Detonationen, offenbar wurden mehrere Sprengsätze gezündet, hatten die großen Schaufensterscheiben samt Rahmen aus der Verankerung gerissen und über mehrere Meter auf den Bürgersteig geschleudert. Glasscherben flogen bis auf die andere Straßenseite.

Die Ermittlungen der Experten vom Landeskriminalamt legen den Schluss nahe, dass die Explosion von den Tätern zur Vernichtung von Spuren ausgelöst wurde. Allerdings wurden trotzdem zahlreiche Blutspuren entdeckt, die darauf hinweisen, dass mindestens einer der Einbrecher eine schwere Verletzung erlitten haben muss. Unbeteiligte wurden nicht verletzt. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, aber bis Ende vergangener Woche hatte sich nur rund ein halbes Dutzend Zeugen gemeldet. Eine konkrete Spur ergab sich daraus nicht, teilte die Polizei mit.

Es werden weitere Zeugen gesucht, die möglicherweise im Vorfeld der Tat verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Angaben zu den Tätern, dem Fluchtfahrzeug und der Fluchtrichtung machen können. Hinweise nimmt das Landeskriminalamt am Tempelhofer Damm 12, 46 64 94 51 01, sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Der enorme Sachschaden sowie der Verlust für die Schließfachinhaber sind offiziell noch nicht beziffert. Eine Sparkassen-Sprecherin erklärte, dass zunächst die Identitäten der Betroffenen festgestellt werden mussten, um sie anzuschreiben und über das weitere Verfahren, Entschädigungsansprüche und so weiter zu unterrichten. Außerdem hat die Sparkasse eine Hotline geschaltet: 86 98 69 15.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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