Blümelteich bereits teilweise abgesperrt

Die Idylle trügt. Soll der Blümelteich im Zentrum des Volksparks für die Öffentlichkeit erhalten bleiben, ist dringend eine Sanierung fällig. (Foto: HDK)

Mariendorf. Soll das bedeutendste Gartendenkmal des Bezirks, der Volkspark Mariendorf, für Erholung suchende Bürger frei zugänglich bleiben, muss der zentrale Blümelteich dringend saniert werden. Aus Gründen der Verkehrssicherheit müssen die baulichen Einfassungen und die Uferbefestigungen erneuert werden.

Außerdem sollen - um die ökologischen Bedingungen zu verbessern - Sedimente ausgebaggert werden. Wenn eine Sanierung rings um die über 13 500 Quadratmeter große Gewässerfläche unterbleibt, droht dem Teich in absehbarer Zukunft rundum dauerhaft ein etwa 850 Meter langer Zaun. "Neben der bereits aus Sicherheitsgründen abgesperrten Freitreppe ist eine Sicherung der gesamten Uferbefestigung durch einen Bauzaun absehbar", erklärt der für die Park- und Grünanlagen zuständige Stadtrat Daniel Krüger (CDU).

Das ist das niederschmetternde Ergebnis einer Untersuchung samt erster Kostenschätzung, die das Bezirksamt Ende des vergangenen Jahres durchgeführt hatte. Danach würde die Sanierung samt verschiedener Naturschutzmaßnahmen im Endeffekt mit knapp zwei Millionen Euro zu Buche schlagen. Ein Zaun kostet knapp 100 000 Euro pro Jahr.

Das aber ist so oder so ein Problem: Sanierung und Zaun sind nach aktueller Kassenlage "definitiv nicht mit Bezirksmitteln realisierbar", so der Stadtrat zur Berliner Woche. Mit anderen Worten: Soll der viel frequentierte Volkspark mit dem Blümelteich genannten Eiszeitpfuhl für die Öffentlichkeit erhalten bleiben, ist nun der Senat am Zug. Übrigens würde mit einer dauerhaften Absperrung des Teichs wahrscheinlich auch kein Kulturlustgarten mehr veranstaltet werden können.

Der künstlich angelegte Volkspark Mariendorf wurde 1978 zum "ausgeprägtesten Architekturpark des 20. Jahrhunderts in Berlin" gekürt. Seitdem steht die Grünanlage trotz einiger Veränderungen im Laufe der vergangenen Jahrzehnte unter Denkmalschutz. Heute gilt die Grünanlage als ein typischer Architekturpark der 1920-er Jahre und ist mit Abstand die größte Grünanlage in Tempelhof.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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