Der Trabrennsport trauert: Mariendorfer Trainer Peter Reckzeh verstorben

Peter Reckzeh war schon als junger Trabrennfahrer sehr erfolgreich. (Foto: privat)

Mariendorf. Am 5. November waren alle Flaggen auf der Traberpiste auf Halbmast gesetzt. Und als Bahnsprecher Ralf Koscharé unmittelbar nach der Austragung des ersten Rennens zu einer Schweigeminute aufrief, ruhte das sonst so rege Treiben auf Berlins ältester bestehender Sportstätte für einen Moment.

Das Gedenken galt dem Mariendorfer Trabertrainer Peter Reckzeh, der am 20. Oktober nach schwerer und geduldig ertragener Krankheit im Alter von 74 Jahren verstorben war. Der Berliner Pferdesport hat mit ihm ein Urgestein verloren. Denn Peter Reckzeh hielt seiner geliebten Bahn am Mariendorfer Damm sein gesamtes Leben lang die Treue und übte seinen Beruf, der ihm 452 Fahrersiege und 556 Trainererfolge bescherte, voller Leidenschaft aus.

Er sorgte bereits als junger Mann für spektakuläre Ergebnisse. 1976 belegte Peter Reckzeh mit seinem Hengst Bols beim Derby einen viel umjubelten zweiten Platz. Aus Sicht der zu jenen Zeiten nicht gerade vom Erfolg verwöhnten hiesigen Sulkyportler was das ein absolut sensationelles Ergebnis. Mit seinem besten Pferd, dem Wallach Boom, gewann der Berliner sogar 39 Rennen. Züchterin beider Traber war Peter Reckzehs Gattin Brigitte, die ebenso wie die gemeinsame Tochter Carola mit dem Sport auf das engste verbunden ist. Über den Seriensieger Boom weiß Brigitte Reckzeh eine Anekdote zu erzählen: „Wir nutzten damals für unsere Pferde ein Koppelgelände in der unweit des Britzer Gartens gelegenen Mohriner Allee. Und da Boom ein ganz schöner Dickkopf war und auf gar keinen Fall freiwillig einen Transporter betreten wollte, musste mein Mann nach dem Training auf der Mariendorfer Bahn immer zu Fuß mit ihm nach Hause laufen.“ Es sind solche Erinnerungen, die ihr auch nach dem Tod ihres Mannes bleiben werden. Heiko Lingk
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