Sulkyfahrer Peter Kwiet siegte am Wochenende

Peter Kwiet fährt schon seit 1954 Rennen. (Foto: Lingk)

Mariendorf. Er hat alles erreicht, was ein Sulkyfahrer jemals erreichen kann: Peter Kwiet (74) ist eine Legende.

Der im Floningweg und damit nur wenige 100 Meter von seiner geliebten Mariendorfer Bahn entfernt lebende Kwiet drückte dem Trabrennsport in der Hauptstadt in der Vergangenheit wie kein anderer seinen Stempel auf. "Kwiete" wurde zwölfmal Champion, gewann das Derby und weitere 4357 Rennen. Ein Ausnahmekönner, vor dem sich sogar seine Gegner verbeugen. Und einer, der stets Vollgas gab. Bis er unfreiwillig ausgebremst wurde - als der Traber-Dachverband beschloss, alle über Siebzigjährigen von der Teilnahme an Rennen auszuschließen, wurde Kwiet zum prominentesten Opfer dieser Maßnahme.

Alle sportlichen Leistungen und selbst die Würdigung durch den Bundespräsidenten für sein weit über den Rennsport hinaus reichendes gesellschaftliches Engagement nutzten dem Altmeister nichts. Kwiet schien zum Nichtstun verdammt. Bis eine unerwartete Wendung eintrat: Denn die Gerichte stuften das Teilnahmeverbot als diskriminierend ein und kippten die Altersregelung. Peter Kwiet durfte also wieder in den Sulky steigen und sein Motto heißt ab sofort: Rennen statt Rente. Am zurückliegenden Wochenende hat es der 74-Jährige seinen Konkurrenten wieder einmal gezeigt. Peter Kwiet gewann auf der Mariendorfer Trabrennbahn mit seinem Hengst Uldimeo das erste Rennen seit seiner unfreiwilligen Zwangspause: Sieg Nummer 4359! "Ich bin mein Leben lang morgens um 4 Uhr aufgestanden, um im Rennstall zu arbeiten. Und das muss auch so bleiben, denn meine Frau Renate würde es gar nicht den ganzen Tag lang mit mir aushalten", schmunzelte der Champion bei der Siegerehrung.


Heiko Lingk / Heiko Lingk
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