Trabrennfahrer Dennis Spangenberg kann bundesdeutscher Vize-Champion werden

Gemeinsam mit seiner Freundin Saskia Krause blickt der Mariendorfer Trabrennfahrer Dennis Spangenberg auf eine tolle Saison zurück. (Foto: Heiko Lingk)
 
Zur Zeit gelingt ihm nahezu alles: Der Mariendorfer Trabrennfahrer Dennis Spangenberg agiert mit seinen Pferden in bärenstarker Form. (Foto: Heiko Lingk)
Berlin: Trabrennbahn Mariendorf |

Am 31. Dezember ist Stichtag: Dann werden im Trabrennsport traditionsgemäß die Saisonergebnisse ausgewertet und die Titel vergeben. Die Meisterschaft unterteilt sich in mehrere Sparten. Denn nicht nur die besten Sulkyfahrer, sondern auch die erfolgreichsten Trainer, Züchter und Rennstallbesitzer werden ausgezeichnet.



Die größte öffentliche Aufmerksamkeit ruht aber dennoch auf den Fahrern, denn schließlich sind sie es, die mit den Pferden im Höllentempo über die Sandpiste flitzen und viel Nervenstärke beweisen müssen, um vorne zu landen.

Für die Meisterschaftswertung ausschlaggebend ist die Anzahl der Siege, die ein Sportler innerhalb des Kalenderjahres erzielt hat. Für die Berliner Lokalmatadoren schaute es in dieser Hinsicht zumeist nicht übermäßig gut aus – über viele Dekaden hinweg bestimmten Fahrer aus anderen Bundesländern das Geschehen. Doch in der jüngeren Vergangenheit setzte ein positiver Trend ein. Die in der Hauptstadt ansässigen Sportler kamen immer stärker ins Geschäft. In den zurückliegenden Monaten mischte insbesondere der seit 2011 in Mariendorf aktive Dennis Spangenberg besonders kräftig mit.

Den Meistertitel kann der 35-Jährige zwar nicht ergattern. Dazu war einer seiner Gegenspieler, der in Willich lebende Michael Nimczyk, einfach zu gut. Nimczyk gewann in dieser Saison bereits über 160 Rennen und verdiente mit seinen Pferden mehr als 500 000 Euro Preisgeld. Dennis Spangenbergs Bilanz ist aber ähnlich gut. Er erzielte 2017 bisher 64 Siege – und das bei deutlich weniger Starts. Der Mariendorfer benötigte für seine beeindruckende Ausbeute nämlich nur 274 Fahrten. Prozentual gesehen agiert der von seinen Fans und den Kollegen stets „Spange“ genannte Profi also auf ähnlich hohem Niveau wie Nimczyk und falls es bis zum Stichtag weiter so optimal für ihn läuft, würde das Rang zwei in der bundesdeutschen Gesamtwertung bedeuten.

Das wäre für den sympathischen Sportler und seine Freundin Saskia Krause, die ebenfalls als Trabrennfahrerin aktiv ist, natürlich das schönste Weihnachtsgeschenk. Auf einen Konkurrenten muss Spangenberg allerdings aufpassen: Der 29-jährige Victor Gentz aus Kaarst bleibt dem Mariendorfer dicht auf den Fersen. Die kommenden Renntage am 10. und 17. Dezember (Beginn jeweils 13.30 Uhr am Mariendorfer Damm 222) werden also enorm spannend.

Gleich am 1. Januar geht es dann hier weiter – eine Winterpause gibt es also nicht. Egal, ob es stürmt oder schneit: Auf der bereits 1913 eröffneten Mariendorfer Piste ziehen die Pferde unermüdlich ihre Runden. In dieser Saison hat sich der internationale Stellenwert der Bahn noch weiter erhöht. Dazu trugen insbesondere die zahlreichen Liveübertragungen der Rennen ins Ausland sowie der im Sommer ausgetragene Super Trot Cup – eine Art Dreiländerkampf zwischen Deutschland, Schweden und Dänemark – bei.

Aber trotz der Tatsache, dass Mariendorf mit einem jährlichen Wettumsatz von zirka 6,5 Millionen Euro an der Spitze aller deutschen Rennvereine steht, gibt es viele Dinge, die den Verantwortlichen Sorge bereiten. Insbesondere die Anzahl der Startpferde ist derzeit zu gering, um die unproblematische Durchführung der Veranstaltungen dauerhaft zu gewährleisten. Den Züchtern müssen künftig stärkere finanzielle Anreize geboten werden. Und es fehlt auch am zweibeinigen Nachwuchs. Aktuell ergreifen viel zu wenige junge Leute den recht ungewöhnlichen Beruf als Trabrennfahrer, der auf einer dreijährigen Ausbildung fußt. Heiko Lingk
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