Vom zu klein geratenen Hengst zum Rennbahnhelden

Der Mariendorfer Hengst Ganystar eilt mit seinem Trainer Maik Esper derzeit von Sieg zu Sieg. (Foto: Lingk)

Mariendorf. Sie ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Tempelhofs: Die bereits 1913 eröffnete Rennbahn ist nicht nur die älteste bestehende Berliner Sportstätte, sondern auch die berühmteste Traberpiste Deutschlands.

Hier wird alljährlich das Derby ausgetragen, hier steht an diesem Wochenende (Beginn Sonnabend 17.30 Uhr, Sonntag 13.30 Uhr) der Wettkampf um die mit 400.000 Euro Preisgeld dotierte Breeders Crown auf dem Programm. In den vergangenen Monaten wurde das Geläuf am Mariendorfer Damm 222 für das große Ereignis extra saniert.

Doch so beeindruckend das sportliche Geschehen auf der Piste auch sein mag: Berliner Erfolge in den großen Rennen sind leider absolute Mangelware.

Das kann sich jetzt ändern. Denn ein waschechter Mariendorfer Traber eilt derzeit von Sieg zu Sieg: der Hengst Ganystar. Eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen und fast so schön wie ein Märchen. Als junges Pferd war Ganystar so klein und mickrig, dass ihm niemand eine große Zukunft zutraute. "Er ähnelte mehr einem Pony als einem Rennpferd", erinnert sich sein Reinickendorfer Besitzer Sven Block, der ihn gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Dirk Schüller erwarb. Doch aus dem Traberzwerg wurde ein vierbeiniger Gigant. Ganystar stiefelt seinen Gegnern regelmäßig auf und davon und beschert seiner Stallcrew unglaubliche Glücksgefühle. Ein Ende der Serie scheint nicht in Sicht, denn bei zwei der wichtigsten deutschen Rennen - dem Bayern-Pokal in München und dem St. Leger in Mönchengladbach - war der Hengst in den letzten Tagen eine Klasse für sich. Die Mariendorfer Breeders Cown ist nun die nächste große Herausforderung und alle Berliner Rennsportfans hoffen auf einen Heimsieg. Doch egal wie es ausgeht - Sven Block und Dirk Schüller sind gemeinsam mit Ganystars Trainer Maik Esper und Katja Neudeck, der Pflegerin des Hengstes, ohnehin schon total stolz auf ihr Pferd. Und sie sehen ihren Traber, für den sie kürzlich ein sechsstelliges Kaufgebot ausgeschlagen haben, nicht als lebende Gelddruckmaschine an. Sven Block: "Wir haben den Hengst ganz unabhängig von seinen tollen Leistungen tief in unser Herz geschlossen, denn er ist ein unglaublich lieber Kerl."


Heiko Lingk / Heiko Lingk
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