Rettung wieder nur auf Zeit: Die Stelle des Naturrangers rechnet sich verwaltungstechnisch nicht

Björn Lindner (45) ist seit rund acht Jahren als Naturranger im Freizeitpark Marienfelde erfolgreich am Werk und muss jedes Jahr aufs Neue um seinen Job bangen. (Foto: HDK)
Berlin: Freizeitpark Marienfelde |

Marienfelde. Es scheint keine Lösung zu geben. Das Bezirksamt hat es wieder nicht geschafft, die Stelle des Marienfelder Naturrangers Björn Lindner dauerhaft abzusichern.



Seit 2007 immer das gleiche Spiel: Zum Jahresende läuft mal wieder die Finanzierung der Stelle aus und das Bezirksamt findet offenbar keine Möglichkeit, ein nachhaltiges Finanzierungskonzept zu entwickeln. Zu diesem Zweck hatte die BVV im Sommer einen Dringlichkeitsantrag von Bündnis 90/Grüne beschlossen und das Bezirksamt beauftragt zu prüfen, ob und wie eine anteilige oder vollständige Refinanzierung durch die Kosten-Leistung-Rechnung (KLR) und Budgetierung möglich sei. Das hat zwar nicht vollumfänglich geklappt, aber trotz Haushaltssperre ist es immerhin gelungen, den Naturranger über das kommende Haushaltsjahr zu retten. Danach ist wieder alles offen.

Zwar beteuern alle im Bezirk Verantwortlichen unisono, den Ranger unbedingt behalten zu wollen, scheitern aber bislang immer wieder an dem nach wie vor ungelösten Problem: „Diese Stelle passt partout nicht ins KLR-System und aus eigener Kraft kann unser Umweltamt das allein einfach nicht stemmen“, stöhnt der zuständige Stadtrat Oliver Schworck (SPD) schon seit Jahren. Er meint, dass es eine Gesamtbezirksaufgabe sei. Bislang wird die Arbeit des Naturrangers nur mit Ach und Krach teilweise vom Naturschutzbund (Nabu) und teilweise durch vom Bezirksamt geförderte Aktionen wie zum Beispiel die „Grünen Klassenzimmer“ finanziert. Benötigt werden pro Jahr etwa 100 000 Euro für Betriebsmittel, Sachkosten und Honorare.

„Alles sehr mühsam und auf Dauer ermüdend“, stöhnt Björn Lindner, der mit seinen unzähligen Aktivitäten und Projekten im Freizeitpark Marienfelde und in der Naturschutzstation am Diedersdorfer eigentlich genug zu tun hätte. Der 45-jährige Lindner stammt aus Osnabrück, ist staatlich geprüfter Natur- und Landschaftspfleger und seit 2007 im Auftrag des Bezirksamts in dem über einer ehemaligen BSR-Hausmüllkippe angelegten Freizeitpark am Werk. HDK
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