Eckhard Baumann hat auch den Grünspecht gekriegt

Der Grünspecht ist "Vogel des Jahres 2014" und für die offizielle Präsentation vom berühmtem Tierfotografen Eckhard Baumann abgelichtet worden. (Foto: E. Baumann)

Marienfelde. Mit dem Grünspecht haben der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und seine Partnerorganisation, der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV), am 18. Oktober den "Vogel des Jahres 2014" gekürt. Nur einer wusste schon einige Zeit früher Bescheid, hat aber eisern dichtgehalten: Eckhard Baumann aus Marienfelde.

Baumann (68) hat dem NABU die offizielle Grünspecht-Fotoserie geliefert. Damit dürfte der Polizeihauptkommissar im (Un-)Ruhestand einen weiteren Meilenstein seiner zweiten Karriere als bereits mehrfach preisgekrönter Tier- und Naturfotograf gesetzt haben. Der Marienfelder Nachbar ist in Fachkreisen längst eine einschlägige Institution. Seine Aufnahmen dienen als Lehrmaterial und sind Fachliteratur und Bildbänden sowie unzähligen Naturparkwerbungen zu bewundern. Zudem arbeitet Baumann mit allerlei Naturschützern, Biologen und Ornithologen zusammen, die er schon öfter ins Schleudern brachte. Baumann entdeckte und lichtete nämlich sogar schon Tierarten wie zum Beispiel Rotgänse ab, von denen die Experten bis dato glaubten, dass es die hier in unseren Breiten gar nicht gäbe oder die längst als ausgestorben galten.

Schier unermüdlich, fast täglich, zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wind und Wetter, streift Baumann durch Wälder, über Wiesen und Felder am südlichen Berliner Stadtrand und im Umland. Geduldig lauert er oft Stunden auf seine Motive. "Für das Ablichten von Grünspechten muss man etwa zehn bis 15 Meter Sicherheitsabstand einhalten", so Baumann zur Berliner Woche. Den aktuellen Vogel hat Baumann unter anderem - wie so viele seiner Motive - im Freizeitpark Marienfelde "abgeschossen".

Der Grünspecht, die zweitgrößte von neun in Deutschland lebenden Spechtarten und mittlerweile 44. "Vogel des Jahres", steht ausnahmsweise nicht auf der Roten Liste der gefährdeten Vögel. Der Bestand, zurzeit etwa 76 000 Brutpaare, hat sich, im Gegensatz zu vielen anderen Vogelarten, nach Angaben vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) in den letzten rund 20 Jahren sogar mehr als verdoppelt. Dieser Trend hat schließlich den Ausschlag für die Wahl des Grünspechts auch noch zum "Botschafter des Naturschutzes" gegeben.

Damit soll auf das Verschwinden der Streuobstwiesen als bevorzugte Lebensräume der Vögel hingewiesen werden. Seit 1950 seien bereits 70 Prozent der deutschen Streuobstflächen verschwunden. Die noch vorhandenen müssten unter Naturschutz gestellt werden, fordern Nabu und LBV.

Übrigens, zum Vormerken: Unter der einst von der Berliner Woche kreierten Überschrift "Baumann kriegt sie alle" lädt der Meister am 21. November zu einem Vortrag mit Power-Point-Präsentation über seine fotografischen Erlebnisse ins Nachbarschaftscafé im Alten Waschhaus, Waldsassener Straße 40a, ein. Die Show mit ungewöhnlichen Aufnahmen beginn um 15 Uhr, der Eintritt (inklusive Kaffee und Kuchen) kostet drei Euro. Weitere Informationen und Kartenreservierung unter 711 65 49.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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