Historikerin schreibt ihren ersten Roman über das Mittelalter

Ulrike Stutzky, Hausfrau und Mutter mit Doktortitel aus Marienfelde, präsentiert mit "Das Rad der Fortuna" ihr literarisches Erstlingswerk. (Foto: HDK)

Marienfelde. Dieses Jahr hat für Ulrike Stutzky ausgesprochen gut angefangen. Die Hausfrau aus Marienfelde hat sozusagen am Glücksrad gedreht. Gleich in der ersten Januarwoche ist ihr Erstlingswerk erschienen: "Das Rad der Fortuna".

Ein historischer, atmosphärisch und stimmig verdichteter Roman, der den Anspruch erhebt, fundiert, kenntnisreich und profunde das Leben einer fiktiven Kaufmannsfamilie und ihrer Umwelt im 14. Jahrhundert vor den realen Hintergründen dieser Zeit zu erzählen. "Eine spätmittelalterliche Geschichte, die das Leben zu dieser Zeit tatsächlich so hätte schreiben können", sagt die Autorin und nennt ihre literarischen Zutaten: "Liebe, Mord und Totschlag inklusive Katastrophen, Pest, Krieg und all die daraus folgenden Umwälzungen." Das allerdings ist nur die halbe, gewissermaßen dichterische Wahrheit. Als promovierte Geschichtswissenschaftlerin und ehemalige Dozentin mit dem Schwerpunkt Mittelalter kennt sich die Fachfrau, die sich heute selbst als "leidenschaftliche Hausfrau und Mutter" eines zehnjährigen Sohnes bezeichnet, in dieser längst vergangenen Zeit bestens aus. Ihre Erkenntnis: "Das Mittelalter ist in seinen vielen Facetten aktueller, als die meisten unserer Zeitgenossen sich das vorstellen können oder wahrhaben wollen", erklärt die 1966 in Tempelhof geborene Wissenschaftlerin mit Hinweis auf das aktuelle Weltgeschehen mit Kriegen, Krisen, Revolutionen und Religionen. "Auch wir leben in einer Zeit des Umbruchs, nur die Mittel sind etwas moderner", sagt Stutzky und fügt hinzu, dass sie trotzdem in keinem anderen, als in unserem Jahrhundert leben wolle.

Das Glücksrad in Schwung zu bringen, gestaltete sich allerdings schwieriger, als von der Neu-Schriftstellerin anfangs gedacht. Nach rund vierjährigem (mit Unterbrechungen) Schreiben am Computer, als das Fortuna-Manuskript endlich fertig war, fehlte schließlich ein Verlag. "Ich war überglücklich, das Manuskript endlich druckreif zu haben und bin dann rund anderthalb Jahre rumgerannt und habe fast schon ein bisschen penetrant erfolglos die Klinken geputzt. Ich wollte fast schon aufgeben, aber meine Sturheit wurde belohnt", erinnert sich die nun um so stolzere Schriftstellerin, nachdem es schließlich geklappt hat.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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