Kunstaktion im ehemaligen Notaufnahmelager

Gunter Haedke hat das einstige Notaufnahmelager als präsentablen Rahmen für eine ungewöhnliche Kunstausstellung entdeckt. (Foto: HDK)

Marienfelde. Im ehemaligen Notaufnahmelager Marienfelde, heute Übergangswohnheim für Flüchtlinge und Asylbewerber an der Marienfelder Allee 66-80, laufen die Vorbereitungen für ein in dieser Form beziehungsweise an so einem Ort noch nicht da gewesenes Kunstprojekt auf Zeit.

Unter dem Titel "Ankunft" werden im Sommer (14. Juni bis 13. Juli) unterschiedliche bildende Künstler aus ganz Deutschland und Österreich mit ihren Werken und Positionen zum Thema in Marienfelde erwartet. Die gesamte oberste Etage eines Wohnblocks inmitten der zurzeit von etwa 700 Menschen belegten Anlage wird für die Ausstellung in eine Galerie verwandelt.

"In jedem Raum stellt ein Künstler seine Sicht von Ankunft dar und auf dem Vorplatz werden Skulpturen aufgestellt", so der als "Galerist auf Zeit" firmierende, ehrenamtliche Organisator Gunter Handke. Die dem Ausstellungstitel zugrunde liegende Philosophie erklärt er so: "Seit nunmehr 60 Jahren sind die Wohnungen des heutigen Übergangswohnheims ein Ort der Ankunft. Von hier aus sollte eine bessere Zukunft beginnen, voller Erwartungen. Marienfelde war und ist der Ort der Hoffnung auf eine menschenwürdige Existenz. Diese besondere Bedeutung des Ortes wird durch die Ausstellung in die Perspektive des ,Von hier aus geht es weiter‘ transformiert". Zu diesem Zweck haben die Künstler die Räume und das historische Ambiente bereits eingehend besichtigt. Alle machen honorarfrei mit und ihre Auswahl der präsentierten Arbeiten (Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Fotos, Objekte, Installationen) sollen "vom Eindruck des Ortes ausgehen", so Haedkes Grundidee.

Der 67-jährige kunstinteressierte Marienfelder, er wohnt nur ein paar Straßen weiter, rührt schon seit Monaten die Trommel, Flyer kursieren und es gibt einen Ankunft-Internetauftritt. Offenbar mit Erfolg. Jedenfalls kann Haedke, der nicht zum ersten Mal eine Galerie auf Zeit organisiert, schon einige einflussreiche Sympathisanten und Unterstützer für das durch Spenden finanzierte Projekt aufzählen, unter anderem das Unternehmernetzwerk Großbeerenstraße, die Wohnungsgesellschaft Stadt und Land, den Internationalen Bund, die beiden christlichen Kirchen und Bürgermeisterin Angelika Schöttler.

Und natürlich sollen auch die Menschen, die während dieser Zeit im Wohnheim leben, frühzeitig an der Vorbereitung und am Aufbau beteiligt und zur Mitwirkung animiert werden: in Workshops, durch Gespräche mit den Künstlern, Anregungen bei der Gestaltung und Ausführung der Arbeiten, Mitarbeit beim Aufbau der Ausstellung, Aufsicht, Gestaltung der Eröffnung. "Ankunft ist der Beginn von etwas Neuem, eröffnet Perspektiven, und diesen Blick gilt es zu zeigen", so Haedke zuversichtlich.

Weitere Informationen unter www.ankunft-marienfelde.de

Horst-Dieter Keitel / hdk
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