Auseinandersetzung zwischen Moslems und Christen im Flüchtlingsheim

Marienfelde. Eine brutale Auseinandersetzung zwischen muslimischen Tschetschenen und christlichen Syrern führte am 7. August zwischen 14.20 und 17.20 Uhr zu einem Polizeieinsatz im Flüchtlingsheim an der Marienfelder Allee.

Die Heimleitung hatte die Polizei alarmiert, weil die beiden rivalisierende Gruppen, etwa 100 Personen waren beteiligt, wiederholt in Streit gerieten, wobei die Tschetschenen die Angreifer gewesen sein sollen. Bei Eintreffen der Polizei flüchteten mehrere Beteiligte vom Gelände und die Lage beruhigte sich zunächst. In der Umgebung wurde in einem Gebüsch eine Softair-Waffe gefunden und sichergestellt, die nach ersten Ermittlungen von Beteiligten auf dem Gelände gezeigt wurde.

Nach dem Polizeieinsatz wurde zwar der private Wachschutz verstärkt aber kurz nach 22 Uhr lieferten sich etwa 60 Kontrahenten aus Syrien und Tschetschenien erneut eine blutige Auseinandersetzung, wobei fünf Syrer krankenhausreif geprügelt und mit Kopf- und Schnittwunden von Rettungswagen der Feuerwehr in eine Klinik gebracht wurden. Zwei mussten stationär bleiben. Erst durch den Einsatz von 80 Polizeibeamten und Diensthunden konnte die Lage beruhigt und der Einsatz gegen 3 Uhr beendet werden. Acht Tatverdächtige wurden festgenommen und nach erkennungsdienstlichen Maßnahmen wieder entlassen. Die Polizeibeamten fertigten Anzeigen wegen Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung.

Ursache Unklar

Warum der wohl schon wochenlang schwelende Streit zwischen den Flüchtlingsgruppen von Seiten der Tschetschenen plötzlich so eskalierte, lässt sich nicht zweifelsfrei klären. Aus Angst vor weiteren Übergriffen flohen die syrischen Opfer in die katholische St. Laurentius-Kirche nach Tiergarten und weigerten sich trotz aller Bemühungen der Innenverwaltung, der Kirche und des Landesamts für Soziales, in das Marienfelder Heim zurückzukehren. Das Angebot, in ein Flüchtlingsheim nach Zehlendorf zu ziehen, lehnten die Syrer ebenfalls ab. Die Sozialverwaltung teilte zwischenzeitlich mit, dass nun auch versucht werde, für die Gruppe der Tschetschenen, die den Streit offenbar "provoziert" habe, ein anderes Heim zu finden. Bei Redaktionsschluss war das Problem noch nicht gelöst.


Horst-Dieter Keitel / hdk
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