Berlins schnellstes Pferd ist auf einem Auge blind – und stürmt von Sieg zu Sieg

Die ungewöhnlichste Erfolgsgeschichte des deutschen Pferderennsports: Harry's Bar und Liza Marlow sind ein Traumpaar. Foto: Lingk (Foto: Heiko Lingk)

Mariendorf. Er ist ein absoluter Siegertyp: Der sieben Jahre alte Wallach Harry’s Bar gehört zu den besten Pferden, die jemals in der Hauptstadt trainiert wurden.

Auf der Mariendorfer Heimatbahn gilt Harry mit dem Berliner Champion Thorsten Tietz (37) im Sulky als unschlagbar. Vor Kurzem fertigte der Traber die gesamte deutsche Spitzenklasse ab und blieb bei seinem Tempolauf nur drei Zehntelsekunden über dem Allzeit-Bahnrekord. Ein Pferd so schnell wie ein Pfeil!

Doch dass es so ist, grenzt an ein Wunder. Denn der Wallach leidet an einem schweren Handicap – Harry ist seit seiner Geburt auf dem linken Auge blind! Seine Erfolgsgeschichte gleicht daher einem Märchen. Die phänomenale Entwicklung ist offenbar nur einer jungen Frau zu verdanken: nämlich Harrys Pferdepflegerin Liza Marlow (24). Thorsten Tietz: „90 Prozent des Erfolges beruhen auf Lizas Arbeit. Es ist unglaublich, wie sehr der Wallach auf sie fixiert ist und was sie aus ihm gemacht hat. Harry ist regelrecht blind vor Liebe zu Liza. Er rennt nur für sie!“

Die junge Lichtenbergerin fing schon als Kind mit dem Reiten an und absolvierte später eine dreijährige Berufsausbildung zur Trabrennfahrerin. Sie widmet dem Pferd ihre gesamte Zeit. Liza Marlow: „Ich habe Harry ganz tief in mein Herz geschlossen. Er ist unheimlich sensibel und mag es am liebsten, den ganzen Tag gestriegelt zu werden. Harry ist süß wie ein Baby. Ich nenne ihn immer Klößchen, weil er zwischen seinen Rennstarts viel zu viele Leckereien von mir bekommt und dann auch gleich ein Bäuchlein ansetzt!“

Heiko Lingk
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