Betriebsrat sieht Gesprächsbereitschaft bei GE-Vorstand

Für die rund 500 Mitarbeiter der Power Conversion war es eine schockierende Nachricht: General Electric will das Werk schließen (Berliner Woche berichtete).

Der Betriebsratsvorsitzenden Martin Ruess kündigte jetzt Protestaktionen für Januar an. Er arbeitet seit 1980 in der Produktion und hat in der Werkhalle Schaltanlagen gebaut. Seit 24 Jahren ist er im Betriebsrat und seit fünf Jahren sein Vorsitzender.

Befürchtungen gab es bereits. „Seit 2015 wurden schon über 200 Mitarbeiter abgebaut“, so Ruess. Überraschend war für den Betriebsrat aber die Tatsache, dass der Standort ganz geschlossen werden soll. Bisher wurden Stellen von Kollegen gestrichen, die in den Ruhestand gegangen sind oder für die Teilzeitregelungen gefunden wurden. „Für die Kollegen war es ein Schock, dass jetzt alle entlassen werden sollen.“ Dabei werden die Produkte aus dem Werk in der Wirtschaft benötigt, wenn man die Energiewende wirklich ernsthaft betreiben will. In Marienfelde werden Stromumwandler gebaut, die für Solaranlagen oder Windkraftanlagen benötigt werden, damit diese die Energie in das öffentlich Stromnetz einspeisen können. Es werden auch Schaltanlagen für Stahlwerke hergestellt, außerdem Prüfstände für die Autoindustrie. Die Mitarbeiter kommen aus ganz Berlin und den Umlandgemeinden.

„Wir haben uns schon Mitte Dezember an einer bundesweiten Protestaktion beteiligt“, erklärte Ruess. Insgesamt sollen in Deutschland rund 1600 Arbeitsplätze von General Electric abgebaut werden. Als der Aufsichtsrat in Frankfurt tagte, gab es die ersten Proteste. „Zurzeit laufen die Beratungen im Europäischen Betriebsrat“, so Martin Ruess, denn es ist zu einem europäischen Problem geworden. Es sind nicht nur Betriebe in Deutschland von der Schließung betroffen. Er freut sich darüber, dass es erste Stellungnahmen von Politikern aus Berlin gegeben hat. „Wir werden auch im Januar gemeinsam mit dem Bezirksamt und der Wirtschaftssenatorin zu einem Gespräch zusammenkommen“, kündigt Ruess an. Er ist im Moment zuversichtlich, dass nicht alle Arbeitsplätze wegfallen werden. „Das Management hat Gesprächsbereitschaft signalisiert. Der Vorstand des Unternehmens ist offen für Vorschläge.“
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