Offenes Ventil setzt Turnhalle eines Gymnasiums unter Wasser

Die Sporthalle des Wilhelm-von-Siemens-Gymnasiums kann nicht mehr genutzt werden. Ein Wasserschaden hat den Hallenboden zerstört. (Foto: hari)

Marzahn. Die Sporthalle des Wilhelm-von-Siemens-Gymnasiums ist seit Ende Juli geschlossen. Ein Wasserschaden hat sie unbenutzbar gemacht.

Der Schaden entstand kurz nach Inbetriebnahme der neuen Solaranlage auf dem Dach der Sporthalle. Sie wurde am 24. Juli in Betrieb genommen. Der Schaden wurde aber erst am 29. Juli durch eine Reinigungskraft festgestellt.

Da der Hausmeister der Schule in der Zeit im Urlaub war, lässt sich der genaue Zeitpunkt nicht mehr ermitteln, wann das Wasser die Halle überflutete.

Laut dem Bezirksamt ist ein Ventil des Wasserkreislaufs in der Halle durch den erhöhten Zufluss von Strom aus der Solaranlage für einige Zeit außer Betrieb gesetzt worden. Die Sicherung des Ventils sei dfür nicht ausgelegt.

Der Solarstrom wird über das Stromnetz der Schule und nicht direkt ins Berliner Stromnetz eingespeist. "Nach unseren Unterlagen hätte die Sicherung des Ventils der stärkeren Stromzufuhr standhalten müssen", sagt Thomas Simeon, Geschäftsführer des Solaranlagenbauers. Mehr könne er dazu nicht sagen. Die Schuldfrage hätten die Gutachter seiner Versicherung zu beantworten.

Der Versicherer des Solaranlagenbauers selbst lehnt die Übernahme des Schadens ab. Zwischen dem Aufbau der Solaranlage und dem Bekanntwerden des Wasserschadens sei fast eine Woche vergangen.

Dem Schulamt liegt inzwischen das Angebot einer Firma vor, den Hallenboden nach einer neuartigen Methode zu reinigen und wiederherzustellen. Dabei wird der Boden erneut mit Wasser durchspült. Das Verfahren würde rund 300 000 Euro kosten und wenige Wochen dauern. Das Bauamt traut dem neuartigen Verfahren nicht ganz.

Eine klassische Sanierung des Hallenbodens würde rund 700 000 Euro kosten und anderthalb Jahre oder länger dauern. "Wenn die Versicherung des Anlagenbauers nicht nachgibt, muss das Bezirksamt entscheiden, ob wir uns auf ein langes und möglicherweise sehr teures Gerichtsverfahren einlassen", sagt Immobilienstadtrat Stephan Richter (SPD). Davon hängt natürlich auch ab, wie es mit der Sanierung des Hallenbodens weitergeht.

Wegen des guten Wetters hat der Schulsport bisher auf der angrenzenden Sportanlage stattgefunden. Das Schulamt prüft gegenwärtig noch, welche Sporthallen in der Nähe als Ersatz genutzt werden können.


Harald Ritter / hari
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