Berliner Senat stellt Erstklässlern aus der Großsiedlung ein verheerendes Zeugnis aus

Marzahn-Hellersdorf. Kinder aus den Großsiedlungen werden mit immer größeren Defiziten eingeschult. Der Unterschied zu den Siedlungsgebieten wird dabei immer eklatanter.

Bei der Körperkoordination aufgrund der visuellen Wahrnehmung und Sprachtests der Erstklässler lag die Großsiedlung Hellersdorf im Berliner Vergleich auf einem der letzten Plätze. Auch die Kinder aus der Marzahner Großsiedlung waren nur wenig besser. Dagegen belegten die Kinder aus den Siedlungsgebieten in Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf vordere Plätze. Dies geht aus einem aktuellen Vergleich von Berliner Stadtteilen mit Bezug auf die Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen 2013/14 hervor.

Besorgniserregend sind auch die Entwicklungsdefizite von Migrantenkindern. In ganz Berlin benötigen rund 33 Prozent aller Migrantenkinder eine zusätzliche Sprachförderung. In Marzahn-Hellersdorf sind es weit über 45 Prozent.

Bei 16,5 Prozent aller Kinder deutscher Herkunft wurde ein erhöhter Bedarf an Sprachförderung festgestellt. Der Durchschnittswert in Berlin beläuft sich auf 8,5 Prozent. Die Senatsbildungsverwaltung zieht das bittere Fazit: „Eine Besserung für die Zukunft scheint nicht in Sicht.“

Die Untersuchung der Senatsverwaltung benennt auch die Ursachen. In den Großsiedlungen ballen sich die Familien mit geringem Einkommen. Der Anteil von Alleinerziehenden und Migranten ist am höchsten. Während in ganz Berlin rund 24 Prozent der Eltern alleinerziehend sind, sind es in Marzahn-Hellersdorf über 36 Prozent. Andererseits haben im Bezirk über 17 Prozent aller Kinder einen Fernseher im eigenen Zimmer. Im Berliner Durchschnitt stehen nur in etwa zehn Prozent der Kinderzimmer Fernseher. Während in Berlin insgesamt 90 Prozent der Kinder täglich fernsehen, sind das im Bezirk über 95 Prozent.

Dabei tut Marzahn-Hellersdorf einiges, um Eltern Grundlagen der Kindererziehung und der Förderung von Kindern zu vermitteln, sie zu beraten und zu unterstützen. Es gibt sechs Kinder-, Jugend- und Familienzentren – alle in den Großsiedlungen. hari
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