Die aktuelle Schulentwicklungsplanung geht an der Wirklichkeit vorbei

Die Grundschule an der Mühle leidet unter massivem Platzmangel. Sie hat Raum für zweieinhalb Klassen, muss aber zu Schuljahresbeginn und in den kommenden Jahren vier Klassen pro Jahrgang unterbringen. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Das Bezirksamt hat eine neue Schulentwicklungsplanung beschlossen. Das Papier scheint nicht das Geld wert, auf dem es gedruckt wurde.

Zum einen kommt die neue Schulentwicklungsplanung sehr spät. Sie soll für die Jahre 2017 bis 2021 gelten und wird erst Ende September der Bezirksverordnetenversammlung bekannt gegeben. Den Planungen liegen laut Einschätzung von Schulstadtrat Gordon Lemm (SPD) und des Bezirksschulbeirates zudem veraltete und fragwürdige Prognosen der Senatsverwaltung für Bildung zugrunde.

Danach wird die Zahl der Grundschüler von 14 310 in diesem Schuljahr auf 15 320 im Jahr 2021 steigen. Diese Prognose beruhe weitgehend auf der „natürlichen“ Bevölkerungsentwicklung und klammere den anhaltenden Zuzug von Familien mit Kindern fast vollkommen aus.

Schon in den zurückliegenden Jahren waren die Prognosen falsch. Die Fehleinschätzungen führten zu Raumnot an einer Reihe von Schulen. Schon jetzt müssen einige Grundschulen in Marzahn fast doppelt so viele Grundschüler unterbringen als Plätze vorhanden sind. Mangelnde Platzkapazitäten führten in diesem Frühjahr an Grundschulen in Mahlsdorf und Kaulsdorf, etwa der Kiekemal-Grundschule, zu Unmut unter Eltern und Schülern.

Als Neubauvorhaben sind in die Planung lediglich die Übersiedlung der Fuchsberg-Grundschule an den neuen Standort in der Straße Habichtshorst und der Neubau der Oberschule in Mahlsdorf an der Straße An der Schule angegeben. Es sind zwar Sanierungen, Modernisierungen und Erweiterungsbauten für Schulen geplant, diese dürften aber während der Bauzeit zu weiteren Problemen führen.

Schulstadtrat Gordon Lemm (SPD) bietet als Lösung Veränderungen bei den Schuleinzugsbereichen, die Doppelnutzung von Räumen und zeitweise Erhöhung der Klassenstärken an. Der Bezirksschulbeirat fordert den Senat auf, den weiteren Planungen endlich realistische Zahlen zugrunde zu legen und mit den Bezirken in einen echten Dialog zu treten. Norman Heise, Vorsitzender des Bezirksschulbeirates und des Landeselternausschusses: „Wir sind am Ende unserer Geduld.“hari
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Fritz Faustmann aus Marzahn | 26.08.2017 | 13:40  
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