In Marzahn-Hellersdorf entsteht eine Jugendberufsagentur

Marzahn-Hellersdorf. Der Senat will mit Jugendberufsagenturen mehr Jugendliche in Arbeit bringen. Als Vorbild dafür dient der "Masterplan Arbeit und Ausbildung" des Bezirksamtes.

Berlin hat im Bundesvergleich die größte Zahl an Jugendlichen unter 25 Jahren, die keine echte berufliche Perspektive haben. Sie haben entweder keinen Schulabschluss oder keine berufliche Ausbildung oder beides nicht.

Marzahn-Hellersdorf entwickelte als erster Berliner Bezirk im Jahr 2012 den "Masterplan Arbeit und Ausbildung". Bis 2016 soll die Zahl arbeitsloser Jugendlicher gegen Null tendieren. An diesem Ziel arbeiten das Bezirksamt, die Arbeitsagentur, das Jobcenter, der Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis und Bildungsträger aus dem Bezirk.

Seit 2013 gibt es an allen Sekundarschulen im Bezirk ein "Berufscoaching". Schüler ab den achten Klassen bekommen Gelegenheit, mit Beratern über ihre beruflichen Vorstellungen zu sprechen, ihre persönlichen Fähigkeiten zu testen und gegebenenfalls bis zum Abschluss eines Ausbildungsvertrages begleitet zu werden. Ein "Matchpoint" im Rathaus sammelt freie Praktikums- und Ausbildungsplätze in Unternehmen des Bezirks und hilft bei der Vermittlung. Beim Jobcenter hat jeder Jugendliche nach dem Prinzip "work first" ein Gespräch mit seinem Arbeitsberater, bevor er einen Antrag auf Hartz IV abgeben darf.

Die Arbeitslosenquote bei Jugendlichen ist 2014 im Bezikr fast doppelt so stark gesunken (um 14,5 Prozente) wie im Berliner Durchschnitt (um 7,5 Prozent). Waren 2012 beim Jobcenter im Bezirk über 1600 Jugendliche arbeitslos gemeldet, betrug ihre Zahl Ende 2014 nur noch etwa die Hälfte.

Der Masterplan des Bezirks gilt daher als Vorbild für die künftigen Jugendberufsagenturen. Marzahn-Hellersdorf wird daher voraussichtlich neben Tempelhof-Schöneberg, Mitte und Spandau zu den ersten vier Bezirken gehören, in denen eine solche Agentur gebildet wird.

Bürgermeister Stefan Komoß (SPD) gehört der Lenkungsgruppe an, die das Projekt umsetzen soll. "Im Bezirk wird sich nicht viel ändern, nur dass wir eine zentrale Stelle haben werden, in der wir mit der Arbeitsagentur und dem Jobcenter zusammenarbeiten", erklärt Komoß.


Harald Ritter / hari
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.