Brandanschlag auf Flüchtlingsheim

Marzahn. Die Unruhe um das Flüchtlingsheim im Blumberger Damm hält an. Ein Anschlag mit brennenden Latten löste im Bezirk Empörung aus.

Bei dem Anschlag in der Nacht zum Freitag, 21. August, näherten sich gegen Mitternacht mit brennenden Holzlatten fünf vermummte Gestalten der Unterkunft. Als ein Sicherheitsmann vom Heim sie anschrie, warfen die Täter die brennenden Latten über den Zaun des Containerdorfes und flüchteten. Die Latten fielen etwa zehn Meter vor den Unterkünften ins Gras und wurden von einem Bewohner des Heims mit Wasser aus einem Gartenschlauch gelöscht. Die alarmierte Polizei nahm die Verfolgung auf und nahm drei vermutliche Täter fest. Festgenommen wurde Martin W. aus Pankow. Er gehört der rechtsextremen Hooligan-Szene des BFC Dynamo an. Außerdem konnten ein 25-jähriger Mann und eine 41-jährige Frau gefasst werden. Die Ermittlungen beim Landeskriminalamt dauern an.

Seit der Eröffnung des Containerdorfs im Blumberger Damm Mitte Juli gab es bereits einen Angriff auf Asylbewerber und weitere Aktionen von Neonazis. Daraufhin verstärkte die Polizei ihre Präsenz und postierte einen Mannschaftswagen vor dem Eingang zum Heim. Nach Informationen aus dem Bezirk war dieser Mannschaftswagen einen Tag vor dem Brandanschlag zurückgezogen worden. Die Pressestelle der Berliner Polizei wollte sich hierzu nicht äußern. Nach dem Anschlag wurden die Polizeikräfte wieder verstärkt eingesetzt.

Bürgermeister Stephan Komoß (SPD), die Fraktionen der Linken und der Piraten äußerten sich empört. Sozialsenator Mario Czaja (CDU) erklärte: „Dies ist eine feige und menschenverachtende Tat. Damit wird die Gefährdung von Menschenleben ganz bewusst in Kauf genommen. Diese Menschen suchen bei uns Schutz vor Krieg und Krisen und haben vielfach traumatisierende Erlebnisse hinter sich.“ hari
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