Eine Demonstration der Liebe und Toleranz: Interview mit Mathias Bielor vom Organisationsteam der Spaceparade

Mathias Bielor, Vorsitzender der Spielplatzinitiative Marzahn, ist einer der Organisatoren der Spaceparade. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Das Bündnis für Demokratie und Toleranz im Bezirk will am 15. Juli eine große Parade durch den Bezirk rollen lassen, die ein positives Lebensgefühl vermitteln soll. Matthias Bielor, Vorsitzender der Spielplatz-initiative, ist einer der Organisatoren. Mit ihm sprach Berliner-Woche-Reporter Harald Ritter.

Herr Bielor, die Veranstaltung wird einmal „Spaceparade“, einmal Demonstration mit dem Titel „Mehr Liebe WAGEN“ genannt. Was ist das nun, was das Bündnis für Demokratie und Toleranz da vorhat?

Matthias Bielor: Wir wollen eine Veranstaltung für alle Menschen im Bezirk, für die Altansässigen, die schon mehrere oder viele Generationen in Deutschland leben, für die Russlanddeutschen, die in den zurückliegenden Jahrzehnten hinzukommen sind, für die neu hinzugezogenen Roma oder anderen EU-Bürger und natürlich auch für die Flüchtlinge, die im Bezirk unterkamen. Es geht um Menschlichkeit, um Liebe, um Musik.

Spaceparade? Die gab es doch schon mal vor etlichen Jahren!

Matthias Bielor: Richtig, 1999 und 2000. Damals wurde unter der Federführung des Vereins Kids & Co mit einer Parade die Zukunft gefeiert, motivgebend war die Eroberung des Weltalls durch den Menschen.

Dennoch, das Ganze klingt auch ein wenig nach Karneval der Kulturen oder Loveparade. Was soll denn nun Ihre Spaceparade werden?

Matthias Bielor: Von alledem etwas. Wir wollen der um sich greifenden Menschenfeindlichkeit, der Intoleranz, dem Fremdenhass etwas entgegensetzen. Vor allem wollen wir der Welt ein anderes Bild von Marzahn-Hellersdorf präsentieren als das, das auch in den zurückliegenden Jahren wieder über die Medien Verbreitung fand. Wir meinen damit Demonstrationen gegen Flüchtlingsunterkünfte, Parolen oder Angriffe auf Fremde, die hohen Stimmenanteile der AfD bei den Wahlen im September.

Haben Sie schon konkrete Vorstellungen, wie diese Spaceparade im Juli aussehen soll?

Matthias Bielor: Es wird eine Anzahl von Wagen geben, in denen sich die unterschiedlichen Gruppen, Vereine, Organisationen unter den Klängen von elektronischer Musik darstellen. Diese Wagen können die Teilnehmer nach ihren Vorstellungen gestalten, Hauptsache das entspricht insgesamt unserem Motto, mehr Liebe wagen.

Wie viele Wagen wird es geben?

Matthias Bielor: Das wissen wir noch nicht. Wir wissen, dass wir aus dem Bezirk zehn Wagen zur Verfügung haben. Es werden wahrscheinlich noch andere Wagen hinzukommen, auch aus anderen Bezirken. Da gibt es schon Anmeldungen.

Können Sie schon etwas mehr über den Ablauf sagen?

Matthias Bielor: Beginn ist am 15. Juli um 11.55 Uhr auf Höhe des S-Bahnhofs Springpfuhl. Von dort wird sich die Demo auf der Allee der Kosmonauten in Richtung Alt-Marzahn und dann zurück bewegen. Es ist vorgesehen, dass die Wagen unterwegs Station machen und um diese herum sich jeweils eigene Veranstaltungen entspinnen. Wie groß das Ganze wird und was konkret passiert, wissen wir im Moment noch nicht. Gruppen oder Einzelpersonen, die teilnehmen wollen, können sich per E-Mail an polis@stiftung-spi.de beim Organisationskomitee melden.
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