IGA 2017 inszeniert sich auch als Kunstereignis

Die italienische Künstlerin Anna Rispoli baute die Märchenfiguren des Berliner Bildhauers Gorch Wenske in eine Skulptur- und Klanginstallation ein. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Neben Blumen und Pflanzen und spektakulären Neubauten wie der Freilichtbühne und der Seilbahn können sich die Besucher der IGA auf eine Reihe von Kunstwerken freuen. Diese laden auf sehr unterschiedliche Weise zur kritischen Reflexion der Wirklichkeit ein.

Die acht Kunstwerke sind über das gesamte IGA-Gelände verteilt und bilden beim Spaziergang Reflexionspunkte zum Innehalten. Drei davon werden dauerhaft zu sehen sein, die übrigen fünf nur temporär bis Oktober.

Gleiche Fragen

Wie denken und fühlen Menschen angesichts städtebaulicher Veränderungen? Und wie beeinflussen diese unsere Wahrnehmung von Landschaft? „Das sind die Fragen, die alle Künstler stellen und auf jeweils eigene Weise beantworten“, erklärt IGA-Kuratorin Katja Aßmann, Direktorin des neuen Zentrums für Kunst und öffentlichen Raum im Schloss Biesdorf.

Besonders radikal beantwortet der Berliner Künstler Martin Kaltwasser die Fragen mit seinem „Los Angeles Garden“ nahe der Seilbahnstation am Eingang Blumberger Damm. Er hat eine detailgetreue Mini-Garteninsel geschaffen, die sich im Stadtteil Santa Monica befindet. Auf einer acht mal neun Meter großen und umzäunten Rasenfläche stehen Kunstpalmen umschlossen von Asphalt und parkenden Autos.

Die Spiegelinstallation „Reflecting Gardens“ von Jeppe Hein südlich der Freilichtbühne „Arena“ greift die Idee der begehbaren Irrgärten auf. Diese gehört zu den ältesten Gestaltungselementen der Gartenkunst. Der in Berlin lebende Dähne gestaltete ein Labyrinth aus Spiegeln, in der sich der Betrachter vielfach in der ihn umgebenden Landschaft sieht. „Die Spiegel sollen Anlass zu der Frage sein: Wie geht es mir eigentlich? Was habe ich und was fehlt mir“, erläutert Hein.

Passend und irritierend

Den „Märchengarten“ nahe des Eingangs Eisenacher Straße baute die Italienerin Anna Rispoli zu der Skulptur- und Klanginstallation „Nicht alle Geschichten sind erzählt …“ um. Sie stellt die bekannten Märchenfiguren des Berliner Bildhauers Gorch Wenske in einen neuen Zusammenhang und konfrontiert die Besucher des Hains mit teils passenden, teils irritierenden Liedern und Geräuschen.

Ein Beispiel für die temporären Kunstwerke ist das „Unkrautlabor“ von Jeanne van Heeswijk. Die Niederländerin hinterfragt die gewohnte Unterscheidung zwischen Kraut und Unkraut, Kultiviertem und Unkultiviertem. Sie stellt beides in seiner Vielfalt gegenüber und eröffnet neue gärtnerische Experimentierräume. Als unkonventioneller Lernort ist das „Unkrautlabor“ Teil des IGA-Campus, der sich entlang des Biesdorf-Marzahner Grenzgrabens bis zum Wuhleteich zieht. hari
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