"Judenspediteur" rettete Verfolgte während der Nazi-Zeit

Unternehmer Erich Scheffler verdiente am Holocaust - und rettete Juden das Leben. (Foto: Gedenkstätte Deutscher Widerstand)

Marzahn. Das Schicksal und das Handeln eines Marzahner Unternehmers während der Nazi-Zeit sind Gegenstand des nächsten Gesprächs zur Geschichte im Bezirksmuseum.

Der Historiker Bjoern Weigel stellt am Mittwoch, 12. November, den Marzahner Spediteur Erich Scheffler vor. Scheffler war unter dem Namen "Judenspediteur" bekannt. Der Fuhrunternehmer stieg ab Mitte 1942 zu einem wohlhabenden Mann auf. Er erledigte im Auftrag des NS-Regimes die Deportation von Juden. Seine Möbelwagen brachten diese zu Sammellagern oder direkt zum Bahnhof. Auch der Abtransport des Eigentums der Verfolgten fiel in seine Zuständigkeit. Er erfolgte im Auftrag der Gestapo und wurde zwangsweise von der Jüdischen Gemeinde bezahlt.

Andererseits ist bei der Gedenkstätte Deutscher Widerstand bekannt, dass Scheffler verfolgte Juden versteckte, unter anderem in seinem Marzahner Haus. Er rettete auf diese Weise Menschenleben und bewahrte auch Thora-Rollen vor der Vernichtung. Das machte er offenbar selbstlos, ohne Auftrag oder Bezahlung.

Von Erich Scheffler ist nur noch bekannt, dass er am 8. Mai 1945 umkam. Wahrscheinlich wurde er in den Wirren der letzten Kriegstage von sowjetischen Soldaten erschossen.

Der Vortrag im Bezirksmuseum, Alt-Marzahn 51, beginnt am 12. November um 18 Uhr. Mehr Infos unter www.kultur-marzahn-hellersdorf.de.

Harald Ritter / hari
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