Jugendliche aus Marzahn-Hellersdorf zeigen Theaterstück über Mobbing

Felix (Trung Duc Tran) begehrt gegen die Demütigungen auf. Henriette Sitterlee stellt seine ständig anwesenden Depressionen dar. (Foto: Ludwig)

Marzahn. Jugendliche aus dem Bezirk beschäftigen sich in einem Theaterstück mit dem Thema Mobbing. Das Stück wurde von ihnen nach einer eigenen Idee inszeniert, auch das Bühnenbild gestalteten die Jugendlichen selbst.

Das Theaterstück trägt den Titel "Selektion" und thematisiert den Umgang von menschlichen Individuen miteinander: Eine Gruppe grenzt ein Individuum aus und bringt es dadurch allmählich zur Strecke.

"Selektion" ist das Ergebnis der Arbeit einer Reihe von Akteuren und Einrichtungen. Die Idee, dass Jugendliche die Entstehung eines Theaterstücks von Anfang an begleiten, stammt von Renate Zimmermann. Die Mitarbeiterin der Bezirkszentralbibliothek "Mark Twain" leitet in der Bibliothek eine Schreibwerkstatt für Jugendliche.

Sie gewann im vergangenen Jahr die Berliner Regisseurin und Theaterpädagogin Maja Das Gupta dafür, die Jugendlichen beim Prozess des Schreibens zu begleiten. Die Regisseurin und Leiterin des Amateur-Theater-Ensembles im Freizeitforum, Birgit Letze-Funke, übernahm die Leitung der Inszenierung und der Proben. Die Kaulsdorfer Künstlerin Antje Püpke stellte sich für die Gestaltung des Bühnenbildes zur Verfügung.

Die Arbeit begann im Sommer vergangenen Jahres mit einem Aufruf an Jugendliche im Bezirk, sich für das Projekt zu melden. Rund 30 Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren aus allen Teilen des Bezirks meldeten sich. Sie teilten sich in Gruppen für die einzelnen Aufgaben auf. Zunächst wurde bis Ende des vergangenen Jahres in der Bibliothek an dem Text gearbeitet. Anschließend begann die Arbeit an der Inszenierung im Probenraum im FFM und am Bühnenbild in der Jugendfreizeiteinrichtung "Fair".

Die Hauptfigur in dem Stück ist der 16-jährige Felix, ein hochbegabter Junge mit vielen Interessen. Bei seinen Klassenkameraden und anderen Gleichaltrigen bleibt er jedoch ein Außenseiter. Er wird teils auf widerliche Weise gemobbt, bis er eine Verzweiflungstat plant: Er will mit der Pistole seines Stiefvaters, eines Polizisten, auf der Marzahner Promenade ein Blutbad anrichten. Aber er setzt dieses Vorhaben nicht um, sondern erschießt sich selbst.

Die Geschichte wird von den Jugendlichen in 19 kurz gehaltenen Szenen erzählt. Sie haben sich dazu ein originelles, bewegliches Bühnenbild ausgedacht. Es besteht aus Stoff und Stangen, aus denen sich die unterschiedlichen Handlungsorte darstellen lassen. Zum Konzept gehört, dass an zwei Orten gespielt wird, einmal auf dem Platz vor dem Freizeitforum und zum anderen im Foyer des Freizeitforums.

Die Uraufführung des Stückes fand am Kindertag, 1. Juni, statt. Weitere Aufführungen sind geplant. Besucher der diesjährigen "kultour à la carte" können die Inszenierung am Sonntag, 7. Juni, um 11 Uhr sehen.

Mehr Infos im Internet unter marzahnerschreibspieltheater.wordpress.com.

Harald Ritter / hari
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