Künftige Stadtplaner untersuchen die Großsiedlungen

Lennart Mertes, Josefine Stisser und Lena Schildbach von der Bauhaus Universität beschäftigten sich mit Möglichkeiten der Begegnung in Marzahn. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Sind Plattenbausiedlungen lebenswert, vor allem für junge Menschen? Dieser Frage gehen jetzt Studenten der Bauhaus Universität Weimar nach. Marzahn-Hellersdorf war einmal der jüngste Berliner Bezirk. Das hat sich geändert. Kein anderer Bezirk altert so schnell. Den Wohn- und Lebenswert der Großsiedlungen mit dem Maß junger Menschen zu erkunden, ist das Ziel des Projektes "Platte als Generator".

Hier arbeiten Studenten der Bauhaus Universität Weimar und das Jugendamt des Bezirks zusammen. Während der ersten Woche im Mai besichtigten sie Kieze in den Großsiedlungen.

Der Wegzug junger Menschen aus dem Bezirk hat oft berufliche Gründe. Das Angebot an Ausbildungsplätzen ist schmal. Wer nach höherer Qualifikation strebt, muss meist in anderen Bezirken oder sogar in anderen Städten suchen. Gleichzeitig gilt der Bezirk, gelten besonders seine Großsiedlungen, als unattraktiv für junge Menschen. Die Erklärung hierfür liegt auf der Hand: Die Plattenbausiedlungen wurden für junge Familien errichtet, nicht für Singles auf den Weg in den Beruf. Das Angebot für Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren ist nach wie vor vergleichsweise gut. Wer nur ein wenig älter ist, sucht aber sein Glück woanders.

In einer Abschlusspräsentation im Don-Bosco-Zentrum stellten die Weimarer Studenten erste Ergebnisse ihrer Forschungen vor. Die Einschätzungen der Studenten lagen nahe bei dem, was auch von Bewohnern der Großsiedlungen zu hören ist: Es gibt Licht und Schatten. So sind die Plattenbau-Kieze grün und mit recht vielen Kinderspielplätzen ausgestattet, wenn die auch oft überholungsbedürftig sind. Es gibt interessante und attraktive Angebote, etwa das Kulturhochhaus in Marzahn oder das Promenadenbuffet in der Hellersdorfer Promenade.

Aber die zentralen Plätze, ob am Havemanncenter oder in Helle Mitte, funktionieren nicht als Orte der Begegnung.

Die Studenten erarbeiten ab Anfang Juli in Weimar Konzepte, wie durch kleine städtebauliche Veränderungen Verbesserungen erreicht werden können. Im September werden diese in einer Veranstaltung des Jugendamtes vorgestellt.


Harald Ritter / hari
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