Neues Mühlenmuseum im Freien

Müller Jürgen Wolf bearbeitet das Hauptlager der Tabakmühle. (Foto: hari)

Marzahn. Der Marzahner Müller bereitet seine Mühle auf die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2017 vor. Er baut an einem Mühlengarten, der zur Gartenschau eine Attraktion sein wird.

Jürgen Wolf trifft man derzeit eher auf dem Vorplatz der Marzahner Mühle beim Bau des Mühlengartens an als in seiner Mühle. Stein auf Stein wächst unter seinen Händen die Attraktion zur IGA 2017. Gelegentlich wird er dabei von Mitarbeitern des nahegelegenen Tierhofes und des Grünflächenamtes unterstützt. Technische Hilfe leisten Unternehmen aus der Region wie der Knorr Bremse AG. Der Mühlengarten ist ein Beitrag des Bezirks zum Programm der IGA 2017. Gleichzeitig soll er den Besuch der Mühle und des alten Dorfkerns von Marzahn für Touristen noch lohnenswerter machen.

Im Zentrum steht eine alte Tabakmühle. Sie wurde auf einer Brachfläche nahe der Parochialkirche in Mitte gefunden. An dem Ort stand ein Haus aus der Berliner Gründerzeit, das einem Tabakgroßhandel gehörte. Das Haus wurde zerstört. „Die Denkmalpfleger haben uns die Mühle überlassen“, erzählt Müller Jürgen Wolf. Sie ist ein historisches Beispiel dafür, wie früher mit ein wenig veränderter Technik und in kleinerem Maßstab als beim Getreidemahlen Grundstoffe für Farben, Schießpulver oder Öle zermalen wurden.

Im Mühlengarten wird unter anderem auch eine germanische Drehmühle zu sehen sein. Dieses Exponat zeigt, wie Menschen unter Mühsal aber auch Geschick seit Jahrtausenden aus Getreide ihr Mehl für das Brot und andere Speisen gewannen.

Ein weiteres Schaustück des Gartens wird die Hauptwelle des Trillerschen Windkraftwerks sein. Es gehörte zum nach seinem Erbauer Richard Triller benannten Kraftwerk, das einst an der Ecke Schragenfeldstraße und Allee der Kosmonauten stand. Das Windkraftwerk produzierte in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts Energie für eine Getreidemühle und Strom.

Schautafeln zur Mühlengeschichte in Marzahn-Hellersdorf und eine angemessene gärtnerische Gestaltung werden das Bild des „Mühlenmuseums im Freien“ abrunden.

Müller Jürgen Wolf rechnet damit, dass die neue Anlage bis Ende kommenden Jahres fertig sein wird. Offiziell eröffnet werden soll der Mühlengarten mit der IGA im April 2017. Die Kosten in Höhe von 10- bis 15 000 Euro will der Mühlenverein durch Spenden erwirtschaften. hari
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