Der Bezirk ehrte die Bildhauerin Ingeborg Hunzinger (1915-2009)

Die Sandsteinskulptur "Frauen" auf der Fläche zwischen dem Seniorenheim und der Kaufhalle in der Marchwitzastraße stammt von Ingeborg Hunzinger. (Foto: hari)

Marzahn. Anfang Februar lagen Blumensträuße vor einer der Plastiken vor dem Freizeitforum. Sie erinnerten an den 100. Geburtstag der Bildhauerin Ingeborg Hunzinger.

Die Blumensträuße stammten von Kulturstadträtin Juliane Witt, dem Heimatverein und der Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf. "Sie hat außerordentlich viel für den Bezirk geleistet", sagt Wolfgang Brauer, Vorsitzender des Heimatvereins. Denn in den 70er-Jahren war Ingeborg Hunzinger (1915-2009) entscheidend an den Planungen für die Ausstattung der entstehenden Großsiedlung Marzahn mit Kunstwerken im öffentlichen Raum beteiligt. Von ihr selbst stammen acht Kunstwerke im Alt-Bezirk Marzahn.

Ingeborg Hunzinger kam nach ihrer Steinmetzlehre in Kontakt mit Käthe Kollwitz. 1932 trat sie in die Kommunistische Partei ein. Ein 1935 aufgenommenes Kunststudium musste die Tochter einer Jüdin abbrechen. Sie nahm das Studium aber nach dem Krieg an der Kunsthochschule Weißensee wieder auf und beendete es. Ab 1953 arbeitete Ingeborg Hunzinger in ihrem Rahnsdorfer Atelier als freischaffende Künstlerin. Zu den bekanntesten Werken gehören die drei Skulpturen vor dem Freizeitforum Marzahn, "Die Geschlagene", "Die sich Aufrichtende" und "Der sich Befreiende" (1986-91). Im Schlosspark Biesdorf steht seit 1980 die Sandsteinskulptur "Die Träumende". Auf der Grünfläche in der Schragenfeldstraße setzen die Skulpturen aus Sandstein "Jugend" und "Älteres Paar" (1982-85) einen optischen Akzent. Zwischen dem Seniorenheim in der Märkischen Allee und der Kaufhalle in der Marchwitzastraße erinnert die Skulptur "Frauen" (1980) an die Künstlerin. Seit 2003 hat mit dem "Paar" (1988-95) eine Skulptur von Hunzinger ihre Heimstatt auch in den Gärten der Welt.

Hunzinger gehörte zu den Künstlern in der DDR, die sich politisch nicht vereinnahmen ließen. Sie war unter anderem mit Robert Havemann und anderen Oppositionellen befreundet. Sie gehörte der SED an, weigerte sich aber, den Vaterländischen Verdienstorden und den Nationalpreis der DDR anzunehmen.


Harald Ritter / hari
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