Marzahn-Hellersdorf: Die Berliner Woche blickt auf spannende zwölf Monate zurück

Lange Schlangen bildeten sich eher selten währen der IGA vor dem Haupteingang an der Hellersdorfer Straße. Das schlechte Wetter verhagelte den Veranstaltern die Besucherbilanz. (Foto: hari)
 
Rund 70 mal 70 Zentimeter ist die Flosse groß, mit der sich Johanna Schikora bei den Wettkämpfen im Finswimming im Wasser bewegt. (Foto: hari)
 
Eckhard Baumann, Vorsitzender des Vereins „Straßenkinder“, (links) führte Kate und William, Herzogin und Herzog von Cambridge, durch das Kinder- und Jugendhaus Bolle. (Foto: hari)

Das Ereignis des Jahres im Bezirk war die Internationale Gartenausstellung von April bis Oktober. Es gab aber auch viele andere Ereignisse, auf die sich ein Rückblick lohnt. Die Berliner Woche hat einige davon zusammengestellt.

Januar

Das Quartiersmanagement Boulevard Kastanienallee lädt zur Gebietskonferenz ein. Anwohner können Vorschläge machen, was in dem sozial problematischen Gebiet baulich verbessert werden soll. Sie entscheiden über die Verwendung von Fördermitteln mit.

Flüchtlinge aus dem Heim an der Maxie-Wander-Straße werden Mitglieder des Athletik-Club Berlin (ACB). Sie wollen eine Kricket-Abteilung in dem Verein gründen und so dieses Spiel auch im Bezirk heimisch machen.

Februar

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung übergibt die ersten Modularen Unterkünfte für Flüchtlinge (MUF) an der Wittenberger Straße. In die modernen Plattengebäude ziehen 450 Flüchtlinge ein. Es sind die ersten Gebäude dieser Art, die in Berlin in Betrieb genommen werden.

Der Verein Agrarbörse Deutschland Ost übernimmt die Trägerschaft der Peter-Weiss-Bibliothek, an der Hellersdorfer Promenade. Die Mitglieder des gleichnamigen Fördervereins, der die Bibliothek gegründet hatte, sahen sich wegen ihres fortschreitenden Alters nicht mehr in der Lage, den Betrieb der Einrichtung zu garantieren.

März

Der Berliner Senat und das Bezirksamt feiern Richtfest für den Neubau der Grundschule am Fuchsberg. Schon zu diesem Zeitpunkt ist klar, dass der Neubau an der Straße Habichtshorst bei seiner geplanten Fertigstellung im Sommer 2018 bereits zu klein sein wird. Die Zahl der Schüler wächst zu schnell.

Das Unfallkrankenaus Berlin (UKB) stellt ein neues Rettungsfahrzeug in Dienst. Dieses ist besonders eingerichtet, um bei Schlaganfällen Patienten schneller helfen zu können. Bei Schlaganfällen kommt es auf jede Sekunde an.

April

Die IGA öffnet am 13. April ihre Tore. Die Grün Berlin ließ in den Jahren zuvor das Gelände der Gärten der Welt sowie den Kienberg und das darunter gelegene Wuhletal für das Großereignis neu gestalten. Hierzu gehörten die Aussichtsplattform auf dem Kienberg „Wolkenhain“ und der Bau einer Seilbahn.

Das Bezirksamt eröffnet das Bezirksinformationszentrum an der Hellersdorfer Straße. Gleich neben dem IGA-Haupteingang gelegen, ist es erste Anlaufstelle für IGA-Besucher. Es nimmt die Tourismus-Information des Bezirks auf und wird für Veranstaltungen über den Bezirk genutzt.

Mai

Die ABU gGmbH eröffnet das Ausbildungscafé „Grips“ in Alt-Marzahn wieder. Es war 2015 zusammen mit der gleichnamigen Ausbildungsgaststätte geschlossen worden. Der Lehrbetrieb wird auch wieder aufgenommen und in den umgestalteten Räumen werden frische Backwaren verkauft.

Der Verein „Helle Hunde“ eröffnet einen Hundeauslaufplatz. Dieser befindet sich auf einem ehemaligen Schulgelände an der Weißenfelser /Ecke Quedlinburger Straße. Der Verein hatte sich 2016 gegründet, nachdem der Leinenzwang für Hunde in Berlin verschärft worden war. Mit dem Platz schuf er Bewegungsmöglichkeiten für die Tiere.

Juni

Bildhauer aus mehreren Ländern arbeiten im Sommer im Rahmen des 12. Berliner Symposiums „Steine ohne Grenzen“ auf mehreren Höfen der Howoge zwischen Dessauer und Köthener Straße an Skulpturen. Zusammen mit Anwohnern und Flüchtlingen schaffen sie einen „Garten der Kunst“.

Der Marzahner Mühlenverein stellt den neuen Mühlsteingarten unterhalb der Marzahner Bockwindmühle der Öffentlichkeit vor. Er ist eine Dauerausstellung im Freien zur Geschichte des Müllerhandwerks.

Juli

William und Kate, Herzog und Herzogin von Cambridge, machen im Rahmen eines Deutschland-Besuchs einen Abstecher zum Kinder- und Jugendhaus Bolle an der Hohensaatener Straße. Die Mitglieder des britischen Königshauses informieren sich beim Verein „Straßenkinder“ über Formen der Kinder- und Jugendarbeit in der Bundesrepublik.

Felix Schoknecht aus Mahlsdorf legt als bester Berliner Abiturient die Hochschulreife am Melanchthon-Gymnasium ab. Er erreicht bei den Abiturprüfungen 894 von 900 möglichen Punkten. Der Abiturient hat seit der Grundschule eine Vorliebe für die Mathematik. Er möchte einmal in die medizinische Forschung gehen.

August

Das Ehepaar Ulrich und Bärbel Uffrecht organisiert ein Benefizkonzert für den sechsjährige Samir aus Afghanistan. Der Junge wurde ohne Gehör geboren. Dank der Spenden aus Berlin kann er im Oktober in Neu-Delhi operiert werden und beginnen, auch das Sprechen zu lernen.

Die Flossenschwimmerin Johanna Schikora aus Kaulsdorf ist jüngstes Mitgliede der deutschen Nationalmannschaft. Bei den Jugendweltmeisterschaften im russischen Tomsk gewinnt sie die Goldmedaille auf der 800-Meter-Strecke und weitere Medaillen.

September

Die Degewo stellt ihre Pläne für die Neugestaltung des früheren Gutes Biesdorf vor. Bis 2020 will die Wohnungsbaugesellschaft insgesamt 20 Mehrfamilienhäuser unterschiedlichen Zuschnitts mit 500 Wohnungen für rund 1000 Menschen bauen.

Petra Pau (Die Linke) erringt mit 34,2 Prozent der Stimmen bei den Wahlen zum Bundestag zum vierten Mal in Folge das Direktmandat im Bezirk. Die AfD wird mit 21,6 Prozent im Bezirk die zweitstärkste Partei und erreicht in Berlin ihr bestes Ergebnis. Alle anderen in der Bezirksverordnetenversammlung vertretenen Parteien müssen zum Teil deutliche Stimmenverluste hinnehmen.

Oktober

Die IGA endet nach 186 Tagen am 15. Oktober mit einer großen Abschlussveranstaltung. 98 Prozent der Besucher zeigten sich mit der internationalen Gartenausstellung im Bezirk zufrieden oder sehr zufrieden. 1,6 Millionen Besucher wurden am Ende erreicht. Wegen des durchwachsenen Wetters im Sommerhalbjahr kamen etwas weniger Menschen als erwartet.

November

Das Stück „Rastplatz Marzahn“ hat Premiere. Schüler der Ernst-Haeckel-Schule beschäftigten sich darin mit dem Schicksal der Sinti und Roma, die während der Nazi-Zeit in einem Lager nahe des Parkfriedhofes interniert wurden. Die meisten starben später in Vernichtungslagern.

Der Bürgerverein Mahlsdorf-Süd eröffnet am Hultschiner Damm sein „Bürgerstübchen“. Das Bezirksamt finanzierte die Begegnungsstätte als vorläufigen Ersatz für das vom Verein gewünschte Bürgerhaus. Es dient als Treffpunkt für den Verein und als Anlaufstelle für Mahlsdorfer Bürger.

Dezember

Das Chill-Objekt „Wackelige Wolkenstadt“ wird auf der Wiese hinter dem Kulturhochhaus Marzahn aufgestellt. Es wurde von Kindern aus dem Kinderkeller des Kulturhochhauses entworfen und zunächst auf dem IGA-Gelände aufgestellt. Es dient zum Ausruhen und Träumen.

Der Regionalbahnsteig am S-Bahnhof Mahlsdorf wird eröffnet. Hier halten seit dem 10. Dezember die Züge der Linie RB 26, die zwischen Lichtenberg und Kostrzyn in Polen verkehren. Wegen unterwarteter Schwierigkeiten mit dem Untergrund gab es Bauverzögerungen. Deshalb gibt es zunächst eine Nottreppe als Zugang und auch der Aufzug sowie das Bahnsteigdach werden erst im Frühjahr 2018 fertig.
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