Bürgermeister Stefan Komoß (SPD) über Herausforderungen in 2016

Stefan Komoß (51) ist seit November 2011 Bürgermeister von Marzahn-Hellersdorf. Zugleich ist er Stadtrat für Schule, Sport, Finanzen und Personal. Seit 2009 ist Komoß SPD-Kreisvorsitzender von Marzahn-Hellersdorf. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Die Aufnahme von Flüchtlingen bleibt wohl auch 2016 eines der wichtigsten Themen in Marzahn-Hellersdorf. Darüber und über andere Themen dieses Jahres äußert sich Bürgermeister Stefan Komoß (SPD) im Interview mit Harald Ritter.

Herr Komoß, die Unterbringung von Flüchtlingen war die Herausforderung auch für das Bezirksamt von Marzahn-Hellersdorf. Wie gut ist aus Ihrer Sicht die Aufnahme gelungen?

Stefan Komoß: Die Kollegen im Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf haben eine tolle Arbeit gemacht. Wir wurden von der großen Anzahl von Flüchtlingen überrascht und hatten gleichzeitig einen vom Land Berlin vorgeschriebenen Personalabbau zu bewältigen. Dennoch wurden die Flüchtlinge von den Beschäftigten im Bezirksamt, aber auch von zahlreichen ehrenamtlich tätigen Bürgern herzlich aufgenommen. Sehr bewährt hat sich auch das Bündnis Demokratie und Toleranz.

Die Aufnahme von Flüchtlingen wird uns voraussichtlich auch im neuen Jahr 2016 begleiten. Was sind hier die nächsten Herausforderungen für den Bezirk?

Stefan Komoß: Es gibt drei Herausforderungen: zum einen weiterhin die Unterbringung neuer Flüchtlinge, zum anderen die Übernahme von Betreuungsleistungen des Bezirksamts nach der Entscheidung über einen Asylantrag. Und zum dritten die Integration der Menschen, die bleiben können. Das Motto wird sozusagen „von der Turnhalle in die Wohnung“ sein.

Sehen Sie Grenzen der Belastbarkeit sowohl bei der Bezirksverwaltung als auch bei den Menschen, die hier leben?

Stefan Komoß: Es gibt Grenzen der Aufnahmefähigkeit sowohl in der Bundesrepublik, als auch in Berlin und im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Diese müssen auf der Bundesebene eingehalten werden. Für die Menschen, die in den Bezirk kommen, gebietet die Menschlichkeit für jeden eine menschenwürdige Unterkunft und Betreuung zu organisieren.

Gibt es noch andere Themen, die Sie zu Beginn des Jahres besonders beschäftigen?

Stefan Komoß: Wir sind auch ohne Flüchtlinge ein wachsender Bezirk. Deshalb ist die Organisation von öffentlichen Leistungen und Angeboten, die den wachsenden Zahlen von Einwohnern, Schülern, älter werdender Menschen und vieler anderer Gruppen angemessen ist, eine wichtige Aufgabe.

Worauf freuen Sie sich in 2016 besonders?

Stefan Komoß: Ich freue mich generell auf Neues und Überraschendes. Wenn man mit Aufgeschlossenheit durch den Bezirk geht, bemerkt man jeden Tag interessante Menschen und schöne Dinge.

Im Herbst wird in Berlin gewählt. Sie sind Spitzenkandidat Ihrer Partei für die Bezirksverordnetenversammlung. Wann beginnt für Sie der Wahlkampf oder hat er schon begonnen?

Stefan Komoß: Der Wahlkampf bestimmt sicher bereits jetzt so manche Diskussion. Er wird sich jedoch vermutlich aufgrund der Sommerferien und der sportlichen Großereignisse wie Fußballeuropameisterschaften und Olympischen Spielen auf die drei Wochen vor dem 18. September konzentrieren.

Wo haben Sie den Jahreswechsel verbracht und was haben Sie sich Schlag Null Uhr gewünscht? Oder haben Sie sich nichts gewünscht?

Stefan Komoß: Ich habe mit der Familie bei Freunden in Kaulsdorf gefeiert. Ganz traditionell habe ich mir Gesundheit und weiterhin ein harmonisches Miteinander in der Familie gewünscht und natürlich heitere Gelassenheit.
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